Geschlossen wir öffnen morgen wieder um 10 Uhr

Kategorie: Rennrad

Hauptsache Nice

Puuuh: Die wollen’s aber wissen, die Grand-Boucle-Orga-Leute! Bei der 111. Tour de France der Männer vom 29. Juni bis zum 21. Juli warten so viele Strapazen auf die Fahrer wie Spektakel aufs Publikum: mit der Cime de la Bonette ist die mit 2802 Metern höchste asphaltierte Pass-Straße Europas und damit auch der höchste Punkt überhaupt der Tour-Geschichte dabei (stand zuletzt 2008 auf dem Programm), es gibt als Gravel-Zugeständnis etliche weniger asphaltierte Abschnitte, gleich vier Bergankünfte stehen an, und vor allem der Schluss hat es in sich.
Nicht nur findet die abschließende Etappe zum ersten Mal überhaupt nicht in Paris statt, wo halt die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele (ab 26. Juli) stören, sondern in Nizza – und sie ist auch kein Ausrollen oder Winke-Winke-Ereignis wie sonst so oft.

Stattdessen müssen die Fahrer drei unfassbar harte letzte Tage überstehen: Nicht nur die wilde Etappe am 19. Juli, die die Cime de la Bonette passiert. Am vorletzten Tag geht es nochmal rauf auf den Col de la Couillole mit einmal alles – und dann zum gemütlichen Abschluss wartet das 35 Kilometer lange Zeitfahren von Monaco nach Nizza. Nur voraussetzungsvoll oder schon Wahnsinn?


An diesem letzten Tag jedenfalls kann sich also womöglich alles noch eimal neu entscheiden, 35 Jahre nach dem für viele noch immer traumatischen Auf-den-letzten-Drücker-Toursieg von Greg Lemond, 8 Sekunden vor dem dann Zweitplatzierten Laurent Fignon. Es wird also womöglich alles anders als sonst, so wie zu Beginn schon. Denn auch das ist eine Premiere: Zum ersten Mal startet die Tour de France im Nachbarland Italien. Grand Départ in Florenz, und dann in drei Etappen – die auch Pantanis Heimat Cesenatico umfassen – über Bologna bis nach Turin. Wo es dann so richtig losgeht mit schweren Beinen. Bonne chance!

Giro de Rigo statt Querfeldeinquälerei

Nachdem am Wochenende beim Cyclocross-Weltcup im US-amerikanischen Waterloo Thibau „Mega“ Nys die Konkurrenz im Sitzen kaputt- und zum zweiten Mal aufs oberste Treppchen bei den Senioren fuhr, weil er eben auch die Treppe ignorierte…

Inhalt von YouTube

Dabei werden deine IP-Adresse und Angaben zu deinem Gerät an Google Ireland Limited in den USA übertragen. Datenschutzerklärung von YouTube

Gilt für alle Inhalte dieses Anbieters und lässt sich jederzeit zurücknehmen.

…darf er hoffen, ähnliche Triumphe noch ein paar Wochen länger erleben zu dürfen, denn mit Mathieu van der Poel und Wout van Aert werden die vermeintlichen Stars der Querfeldein-Szene frühestens im späten November dazustoßen. Schon jetzt mahnt zwar Vater und Teamchef Sven Nys (mit 3 Cyclocross-Weltcup-Siegen ein Titan früherer Zeiten) vor den Vergleichen mit den Beiden: „Er reicht ihnen momentan noch nicht mal bis zu den Knien – und das ist auch nicht nötig.“ Aber Filius Thibau ist vielleicht noch ein Youngster, zumindest in Belgien jedoch mit seinen 2 Amateur-WM-Titeln schon lange ein Star; erst als niedlicher Sidekick vom Papa, dann sogar mit einem eigenen TV-Reality-Format, und nach der Demonstration von Waterloo hat sicher nicht nur der Zweitplatzierte Eli Iserbyt Angst bekommen.
Am 29. Oktober geht’s mit dem Querfeldein-Weltcup im belgischen Maasmechelen weiter, mit einem Heimspiel also.


Da soll sich Wout van Aert mit seiner Parallel-Karriere auf der Straße und den vielen Grand-Tour-Einsätzen in diesem Jahr ruhig ein bisschen Pause, andere Abenteuer und nicht zuletzt gute Laune erlauben! Soeben wurde er als diesjähriger Headliner beim „Giro de Rigo“ vorgestellt und verabschiedet sich zeitnah Richtung Kolumbien.
Da ist er dann bei dem von Radsport-Legende und Jagger-Double Rigoberto „Rigo“ Uran vor fünf Jahren initiierten Hobby-Radrennen dabei, so wie vor ihm schon Chris Froome, Tadej Pogacar oder Annemiek van Vleuten. Am 12. November geht es über 160 Kilometer rund um Bogotá zur Sache, mit allerlei Gefeier vorher und vor allem nachher. Kein Wunder, irgendwie: Der 12. November ist schließlich der 21. Geburtstag von Thibau Nys. Echt jetzt!

Glänzender graveln: mit dem Bergamont Grandurance 8

Auch wenn Bergamont die Grandurance-Modelle All-Road-Bikes nennt – es sind astreine Gravel-Räder. Und das ist auch gut so! Rauf auf die Kies-Road und trotzdem heizen! Das Grandurance 8 mit seinem – Zitat – „stilbildenden Design“ sieht dabei nicht nur ziemlich funky aus, sondern ist robust und komfortabel genug auch für längere Touren. Etliche Ösen an Alu-Rahmen und Carbon-Gabel lassen Platz für allerlei Zubehör, und mit den intern verlegten Zügen macht das Grandurance 8 nicht nur einen puristischen Eindruck, sondern auch das sonst oft figelinsche Bepacken leicht. Sachen zusammenpacken und dem Regen davonfahren!

Bergamont Grandurance 8 Gravel-Bike

  • Alu-Rahmen: Ultra lite AL-6061 Rohrsatz
  • BGM Allroad Starrgabel aus Carbon mit Carbon Steuerrohr
  • drei Befestigungsösen pro Gabel-Seite
  • mit Steckachsen (12mm)
  • Shimano GRX-Schaltung mit 1 x 11 Gängen
  • hydraulische Scheibenbremsen: Shimano GRX
  • Lenker: Satori X-Race Aero, Flare: 16°
  • Syncros Capital Felgen mit BGM-Naben
  • Reifen: Schwalbe G-One Bite, RaceGuard, 45-622
  • in Shiny Mirror Green
  • wiegt etwa 10.2 Kilo
  • kostet 2.299 Euro

Knackpunkt

Von edler „Campagnolo“-Herkunft und gar nicht alt – aber wer 413 Mal nach Dithmarschen und zurück mit dem Rennrad fährt, muss beim 414. Mal wohl damit rechnen, dass sich das Innenlager mit knacksendem Knirschen in die Rente verabschiedet. Und so sieht die Innenlagerschale dann eben auch aus…

Hoch, höher, Vuelta

Nachdem der Auftakt der Vuelta 2023 in Barcelona beim Teamzeitfahren nicht nur verregnet war, sondern die letzten Fahrer auch im Stockdunklen durch die nassen Straßen jagte und sie im Ziel zu Recht wie Rohrspatzen schimpfen machte, scheint zumindest heute die Sonne. Nicht nur auf Andrea Piccolo, der trotzdem 1,82 Meter misst und sich in Rot mit den anderen auf nach Andorra macht.

Zum 78. Mal Spanien-Rundfahrt, und auch diese Ausgabe wird was für Kletterer. Heute die erste von insgesamt sieben Bergankünften, auch der Tourmalet steht auf dem Programm (als 13. Etappe). Das wird eine harte letzte Grand Tour 2023, bis am 17. September in Madrid alles vorbei ist…

Vive le vélo! Vive le tourment!

Am 20. August ist es soweit: Vier Jahre sind um, es ist Zeit für die 20. Austragung von Paris-Brest-Paris – und unser Webmaster „Lord Helmchen“ ist wieder dabei! 1230 Kilometer am Stück, unter 90 Stunden zu fahren, mit fast 7000 anderen. Der schiere Wahnsinn!!! Alle, alle, alle Daumen sind gedrückt!!!

2019 klangen die persönlichen Erfahrungen so:
„Überall werden die Radfahrer wie auf Händen getragen. Autofahrer hupen und winken schon von weitem, in allen Dörfern stehen Alt und Jung am Straßenrand, winken, klatschen ab, verteilen auf eigene Rechnung Wasser, Cola, Kuchen und Obst und bleiben oft genauso lange durchgehend wach wie die Radfahrer. Mit zwei kleinen Mädchen, die mich zur rechten Zeit mit Wasser gerettet haben (es waren 36 Grad), habe ich ein Foto gemacht und die Hand geschüttelt. Sofort kamen fünf Kinder dazu, und jedes hat mir die Hand geben wollen und mich unter den klassischen Rufen „Bon Chance! Bon Courage! Allez!“ verabschiedet.“
Schluchz! Möge es auch dieses Mal gut ausgehen – und möge sich das Wetter etwas gnädiger erweisen als gerade… Du bist so mutig!!!! Und so crazy!!! Wir glauben an dich!!!!

Tourmalet-Tour

Wer immer noch nicht die Frauen-Tour live verfolgt hat: Am vorletzten Tag mindestens sollte es soweit sein, wenn die Königinetappe ansteht! Von Lannemezan zum Col du Tourmalet geht es am Samstag auf der Ostanfahrt von Sainte-Marie-de-Campan über La Mongie auf den knapp 90 Kilometern über satte 17,1 Kilometer bergauf, die durchschnittliche Steigung beträgt 7,5 Prozent. Aua! Für die spektakulären Aussichten hat da zumindest keine Fahrerin Zeit, aber vom Sofa aus lohnt der Blick über all die Pics und Cols samt der sprichwörtlichen Flanken des Tourmalet. Zum ersten Mal ein Pass von über 2000 Metern Seehöhe!

Der erste Fahrradrennen-Mensch auf dem Col du Tourmalet war anno 1910 übrigens der Franzose Octave Lapize – allerdings zu Fuß. Immerhin gewann er die Große Schleife dann auch, aber noch während der Etappe schimpfte er über die Organisatoren als assasins, also „Mörder“.

Das wird am Samstag ungleich schneller vor sich gehen – und wohl die Vorentscheidung bringen. Schließlich folgt die Schlussetappe am Tag darauf, mit einem Zeitfahren in Pau.

Bis später, Peter!

Morgen geht er also nach Etappenende in Rente, der Peter Sagan – Zeit für einen letzten Blick auf die Skills, die ihn über das Sprinten und sich Quälen, all die gewonnenen Kämpfe um das Grüne Trikot, die gepflegte Frisur und den stets legeren Style auf und neben dem Rennrad hinaus ausgezeichnet haben: die selbstironischen Fähigkeiten. Den John Travolta machen: kein Problem. Lippenbewegen mit mehr Mühe als Verstand: klar. (Damalige) Ehefrau Katarina alias Olivia Newton-John fremdschämhaft erotisiert antanzen: nun denn. Schließlich muss es über den Radsport hinaus was zu lachen geben. Erhol dich, du Tourminator von gestern – ab übermorgen Tanz-Beine hoch!

Inhalt von YouTube

Dabei werden deine IP-Adresse und Angaben zu deinem Gerät an Google Ireland Limited in den USA übertragen. Datenschutzerklärung von YouTube

Gilt für alle Inhalte dieses Anbieters und lässt sich jederzeit zurücknehmen.

Bei der Tour ist nach der Tour ist vor der Tour

Nun also gehen zum 110. Mal die Qualen des Tour-Pelotons auf die letzten Meter – und auch wenn es zwischendurch mal ein paar Kilometer zum Mitrollen gab: Drei Wochen und 3405,6 Kilometer sind einfach unfassbar lang… Warum machen die Leute das eigentlich??? Etwas kritischer befasst sich eine Serie des Saarländischen Rundfunks damit, zu sehen in der ARD-Mediathek: „Mythos Tour“, mit den sprechenden Titeln „Tod“, „Überleben“ und „Leben“. Lohnt sich!

Allein schon…

…weil die Eurosport-Kommentatoren der Weisheit heute moralin-sauer reagierten und was daran auszusetzen hatten: Benoît Cosnefroy, du seist hiermit noch einmal gefeiert! Immerhin warst du zu Beginn dieser Tour schon einmal angriffslustigster Fahrer in offiziell – und wenn man am 15. Juli eines Jahres in der Gegend des Kumpels Aurélien Paret-Peintre kurz vorm schweren Anstieg zum Col de Joux Plane vom euphorisierten Fanclub empfangen wird: Ja bitte, selbstverständlich wird dann nicht nur gönnerhaft nach links und rechts genickt! Runter vom Rad und Shallalallala!! Benoît Cosnefroy fährt bei der Tour de France mit! Hallihallo! Als ob das nicht Grund genug für ein paar verwaschene Sprechchöre, zwei bis drei Bengalos und eine Pause mit Fahrradhochhalten ist. Hier also in Bild und Ton: All die Entbehrungen ein paar Sekunden lang belohnt und mal kurz zu Recht in die Weltöffentlichkeit so-zi-alen Me-di-en katapultiert. Einfach gut.

Inhalt von YouTube

Dabei werden deine IP-Adresse und Angaben zu deinem Gerät an Google Ireland Limited in den USA übertragen. Datenschutzerklärung von YouTube

Gilt für alle Inhalte dieses Anbieters und lässt sich jederzeit zurücknehmen.