Eine knappe Woche, nachdem die Tour de France Hommes am 25. Juli 2027 in Paris zu Ende gegangen sein wird, startet die Frauen-Tour am 30. Juli in Leeds – und wird am 7. August majestätisch beendet: in der vulkanischen Auvergne. Auf dem Puy de Dôme. Dingdong!!
Gigantismus Hilfsausdruck: Die letzte Grand Tour dieses Jahres steht an, und diese Vuelta a España wurde sicher nicht von einem Sprinter entworfen – rund 58.000 Höhenmeter auf 3.275 Kilometern in 21 Tagen, und das zu Beginn in Monaco und dem französischen Südwesten mit Andorra-Abstecher, bevor es von Spaniens Osten immer weiter gen Südwesten geht, wo es all die bergigen Karggegenden zu bewältigen gilt, in denen noch dazu die Temperaturen den Bergziegen und Classement-Spezis gleichermaßen die schnellen Beine und besten Taktiktricks zu dehydrieren drohen…
Das große Klettern potenziert sich nochmal an den letzten beiden Tagen: La etapa reina in der Sierra Nevada am 12. September – und el gran final am letzten Tag hat sich den Namen redlich verdient: Rauf zur majestätischen Alhambra über die Anstiege der Altstadt Granadas, bis dann beim río Genil flussendlich Schluss ist. Wer auch immer dann immer noch dabei sein sollte, zumal ganz vorne: ¡Felicidades!
Blick von der Alhambra über Granada: El gran final am 13. September (Bild: Francisco Rodriguez, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons)
Alle Etappen mit Kurzbeschreibungen finden sich bei radsport-news.com – und Eurosport, wo es wieder Livebilder auch mit ohne Bezahlen gibt, lässt uns jeden Tag per Animation nachvollziehen:
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Nächste Premiere bei der Tour de France Femmes, die heute endlich beginnt: auf der 7. Etappe am 7. August geht es erstmals hinauf auf den kahlen Riesen der Provence.
Erstmal aber ein flacherer Einstieg in die Große Schleife 2026 nach dem Grand Départ heute in Lausanne. Die ARD (mit Handy-Kalender zur Tour!) steigt gegen 15.55 Uhr mit der Live-Übertragung ein und wird zumindest auch die „wichtigsten Etappen“ in Echtzeit senden. Bei Eurosport gibt’s alle Livebilder. Geht doch!
Während unklar ist, wo da womöglich noch Brände lodern auf einzelnen Etappen, freuen sich Fahrerinnen und Expert*innen auf die beste Frauen-Tour ever. Die Liste der Favoritinnen ist länger als je zuvor, die mediale Aufmerksamkeit so groß wie selten. Und die Freude erstmal auf 9 Tagevon Lausanne nach Nizza, mit nahezu 19.000 Höhenmetern inclusive.
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Man stelle sich vor, die Rennradprofis von heute würden sich am Samstag im Overtourism-Hotspot Barcelona unters Festivitäten-Volk beim Grand Départ der Tour de France mischen und den Klängen der katalanischen Gaitas lauschen und dabei so rilassante und gentile drein- und ausschauen wie noch Fausto Coppi und Gino Bartali es taten beim Tour-Start am 27. Juni 1952in Brest. Undenkbar, ganz einfach.
Fausto und Gino in der Bretagne: Grand Départ mit Musike drin anno 1952 (Foto: public domain via Wikimedia Commons; Quelle: Miroir Sprint du 27/06/1952)
Aber selbst im zufallsminimierten 2026, in ihrer so übermenschlich technisierten, keimfreien, ernährungs- und trainingsplanerisch perfektionierten und aufs Höchste überraschungsärmeren Version ist und bleibt die Tour de France nun mal …äh… die Tour de France. Punktum! Vom 4. bis 26. Juli geht es also diesmal für die Männer in 21 Etappenüber insgesamt 3.333 Kilometer und 54.450 Höhenmeter von Barcelona bis nach Paris. Mann inne Tünn! Obwohl: Im Jahre 1952 bei Coppis Gesamtsieg und Bartalis 4. Platz waren es 4.898 Kilometer in 23 Etappen – und die allerletzte am 19. Juli führte von Vichy nach Paris. Über 354 Kilometer. Unfassbar, ganz einfach.
Und dennoch: Ärgern wir uns nicht über all die Stunden, die wir in den drei Wochen ab Samstag vor dem Fernseher statt im Freibad verbringen werden, gefangen zwischen Faszination und Widerwillen angesichts einer Show, von der wir zu Recht argwöhnen, sie werfe leistungsmedizinsportlich hergerichtete Menschen dem Spektakel zum Fressen vor. Mit einer Streckenführung, die zwar nicht mehr viel mit den überlangen Etappen von 1952 zu tun hat, aber dennoch strotzt vor Zumutungen: Ganz zum Schluss nochmal der doppelte Alpe d’Huez samt Galibier?! Da hätte selbst Alpe-d’Huez-Tour-Etappen-1952er-Premiere-Obsieger Coppi sanft das weise Haupt zu einem tadelnden Schütteln geneigt. Na gut, und dann wäre er vermutlich trotzdem los- und raufgefahren, mit wessen Hilfe auch immer.
Was für ein Traumpanorama… (Bild: Elio Pallard, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)
Beim Giro Donne steht heute die Königinnenetappe an: hinauf auf den Colle delle Finestre, über Schotter und auf der Jagd nach Anna van der Breggen, die trotz Sturzes im Maglia Rosa blieb und Demi Vollering und Antonia Niedermaier (!) bisher auf die beiden anderen Podiumsplätze verweisen konnte.
Und endlich mal gute Nachrichten: Nur drei Wochen nach der Vuelta Femenina gleich wieder den Giro Donne fahren? Daraus wird im nächsten Jahr endlich nix mehr.
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Ganz von allein ist die UCI allerdings nicht drauf gekommen, dafür brauchte es sicher den offenen Brandbrief (Vision for a Stronger Future for Women’s Cycling), der sie Anfang Mai von The Cyclists’ Alliance (TCA) erreichte und in dem die Fahrerinnenvertretung unter vielem anderen zu Recht die Taktung der Rennen beklagt und die Terminierung der Vuelta Femenina in den Herbst gefordert hatte, analog zu den Männern. Dafür also: check! Ob sich die UCI aber mit den anderen Forderungen (ein paar davon hier) beschäftigen wird: ähem.
Apropos Giro – die Gelegenheit dürfen wir nicht verpassen: Wir werden live dabei sein. Und weil ohne Team kein at, bleibt der Laden rund um Pfingsten für den gemeinsamen Ausflug geschlossen!
ALSO OBACHT: at Fahrräder macht BETRIEBSFERIEN und ist deshalb geschlossen: vom 19.-26. Mai 2026
Letzter Öffnungstag ist Montag, der 18. Mai. Und ab Mittwoch, dem 27. Mai, sind wir wieder da.
Natürlich wird nicht nur beim Radsport zugeguckt, schließlich müssen die Berge erklettert und alle Aussichten genossen werden. Ein Praxistest für Fahrer…
…und Material. Denn womöglich darf auch die neueste Maschin mit, die rund um Lübeck bisher weniger Glück brachte, aber vielleicht hat das Colnago Y1Rs ja auch einfach nur Heimweh?? Dann dürfte das a casa ja bestens klappen!
Während heute die Vuelta Femenina in die asturischen Berge fährt, wo sich morgen schon entscheiden wird, wie lang die 12 Sekunden Rückstand von Franziska Koch auf Lotte Kopeckyim roten Trikot letztlich wirklich sind…
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…geht es schon los mit dem nächsten spettacolo: Der 109. Giro d’Italia startet heute! Diesmal in Bulgarien, bis es nach 3 Etappen und einem Reiseruhetag am Dienstag im kalabrischen Catanzaro einheimisch wird. Noch bis zum 31. Mai regiert dann also wieder Rosa:Lo adoriamo!!!
Die erst sechste Ausgabe des Frauen-Rennens Paris–Roubaix Femmes startet endlich erstmals auch am traditionellen Sonntag, und es gibt gleich mehrere Favoritinnen, die das Fehlen von Flandern-Königin Demi Vollering als Beflügelung über die anstehenden, anstrengenden Kopfsteinpflasterpassagen nutzen wollen. Nicht zuletzt Lucinda Brand, die schlechtes cyclocrossiges Geläuf wahrlich so gewohnt ist wie Marianne Vos…
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Bei den Männern tun alle so, als ginge es nur um Mathieu van der Poel, der als Erster vier Mal in Reihe die „Hölle des Nordens“ auf Platz Eins überstehen will, und um Tadej Pogacar, dem ausgerechnet Paris-Roubaix noch fehlt auf seinem Monumente-Bingozettel… Aber van Aert ahne man da mal mit!
Zu bestaunen sind beide Rennen am Sonntag im Frei-Fernsehen bei Eurosport 1: Die Männer in live ab 10.30h (Rennstart 10.50h in Compiègne, Ankunft gegen 16.30h), bei den Frauen (Rennstart 14.35h in Denian) steigen wir um 17h live ein und sehen immerhin das Finale (Übertragung bis 18.45h). Das wird lang! Und wohl etwas weniger matschig, zumindest für den Sonntag selbst sind nämlich eher so 13 Grad und vor allem keine Schauer angesagt.
Die Hauptsache allerdings, mal abgesehen von Gewittern, Gewinnen und diesdas: dass die Strecke löcherlos präpariert wird. Euer Ernst?? Perkele!!
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Am Samstag also: zum 117. Mal Milano–Sanremo der Männer. Und zum zweiten Mal für Frauen, wenn auch in echt als Genova-Sanremo, geographisch korrekt. Da wird es endlich wirklich bitte Longo Borghini im Kraftakt oder wieder Wiebes im Sprint, um mal ins Blaue hinein zu spoilern… Bei den Männern aber gilt: Weil Pogi es fünfmal versuchte, aber fünfmal scheiterte, soll es nun also beim sechsten Mal klappen. Weil: Strade Bianche ging ja auch gerade gut und leger und diesdas – wie sich schon bei der Streckenerkundung abzeichnete…
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Der Eddy allerdings, mit dem Pogacar sich vermutlich nicht ganz ungewollt stets vergleichen lassen muss, erfuhr sich schlappe sieben Siege bei diesem jeweils ersten Monument des Jahres: 1966, 1967, 1969, 1971, 1972, 1975 und 1976, vor genau 50 Jahren also. Ein paar Tipps hatte „De kannibaal“ noch (Attacke erst am Poggio, sonst wird man womöglich eingeholt), denn für Merckx ist schon lange klar: „Er ist mein Erbe. Er ist auch ein Killer auf dem Rad“. Denn man tau, Tadej!
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Aus ist es mit der Cyclocross-Saison 2025/2026, schluchz! Nun müssen wir uns also nach dem Internationale Sluitingsprijs Oostmalle vom Samstag (Glückwunsch an Niels Vandeputte und Inge van der Heyden!) denn auch für viele Monate von einem Urtypus des Radsportfans verabschieden: the „belgian cyclocross fan“. Genauso schlicht wie umfassend nennt sich dieses Bild der tausend Worte…
…steht ja erstmal als Eröffnung der Frühlingseintagesklassiker der Omloop Nieuwsblad an: am 28. Februar. Und auch da und beim Rest des illustren bis monumentalen Frühjahrsprogramms werden statt der Wohnmobil-Crémant-Fraktion an den Alpenhängen wieder jede Menge zwar bierselige, aber bei aller handfesten Art offensichtlich eher offenherzig mitjubelnde Belgien-Tifosi dabei sein, wenn es wieder heißt: „Opgepast, de renners zijn in aantocht!“.