La Classicissima in diretta II
Zwischen Mailand und Sanremo Mailand-Sanremo gucken: in Imperia. Danke an unseren rasenden Außenreporter Kai A.!!! Ooooooh ja!

at Fahrräder Lübeck
Dein Fahrradladen in deiner Stadt
Zwischen Mailand und Sanremo Mailand-Sanremo gucken: in Imperia. Danke an unseren rasenden Außenreporter Kai A.!!! Ooooooh ja!

Wer auch immer dieses Video der Zieleinkunft von Milano-Torino am 3. März 1984 gedreht hat (es war sicher die Patentante der hibbeligen Irge-Frau) – auch vor vierzig Jahren war es rund um das Rennende so langweilig-aufregend und dann so rapide vorbei alles, und auch das Fokussieren aufs Wesentliche (Paolo Rosola gewann) fiel schon schwer, wenn da lauter Idole mitfahren oder rumstehen: Francesco Moser, Vorjahressieger, aber ohne Treppchen, sein Antipode Giuseppe Saronni (der 23. wurde und damit eben genau einen Platz hinter Moser landete), dazu Gino Bartali im Zielbereich – undsoweiter.
Morgen gibt’s die 105. Austragung dieses offiziell ältesten Eintagesradrennen der Welt, aber eine Leiter erklettern wird der Sieger sicher nicht mehr müssen. Schade.
So und nicht anders isses. Empowerment auf Kenianisch, mit den Cycling Women von Mama Cycling auf Nairobis Straßen und weit darüber hinaus: Happy International Women’s Day all over the world – share the road and make anything possible!
On fire: Unsere Helmmarke Giro hat sich einen brandneuen Hut fürs Zeitfahren ausgedacht. Man sehe und staune und sei excited, bei der Tirreno Adriatico!!
Alle Jahre wieder geht es über Ostern auf Rennradtour!
Bitte die geänderten Öffnungszeiten beachten.

Es ist einfach so peinlich, dass jetzt die – anfangs gar nicht als geplant veröffentlichte – „Vergrabsteinung“ der Jürgen-Wullenwever-Straße als kommende Fahrradzone von der Autofahrlobby, populistischen Vereinfachungsfreaks und Grüne-SPD-Verschwörungs-Heinis dazu genutzt wird, gleich mal „die schleichende Entmündigung des Autofahrers“ anzuprangern. Geht es denn noch? Da werden im populistischen Wahn drei unabhängig voneinander existierende Bausteine der ganzen Aktion zu einem einzigen Mecker-Block zusammengeführt: 1. gerade mal 420 Meter Fahrradzone – 2. deshalb Grabsteine – 3. für satte 2 Millionen Euro. Grrrrmpf.
Werfen wir mal einen etwas nüchterneren Blick auf diese Posse:
Und bevor wir drittens zum Geld kommen: Erstaunlich ist übrigens, dass im Rahmen der Vorstellung des Fahrradzonen-Projekts bei der Stadtteilkonferenz St. Gertrud im November 2022 eine Simulation der Neugestaltung veröffentlicht wurde, die mit der aktuellen Friedhofs-Deko (noch) nix zu tun hat:

Wann also hat sich wer diese schon 350 Anti-Auto-Maßnahmen ausgedacht, die nun dem Fahrrad-Wahn der Gutmenschen (aarggh) vorgeworfen werden?
Fassen wir zusammen: Der Friedhofstyle überraschte alle, aber die Stelen haben mit der Fahrradzone nix zu tun. Und nahezu alle Kosten, die sich insgesamt auf 2 Millionen Euro summieren, wären auch ganz ohne Umgestaltung zur Fahrradzone nötig gewesen!
Wie teuer Fahrradzonen oder Fahrradstraßen allein werden, hatte das zuständige Schleswig-Holsteiner Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus bereits anno 2021 veröffentlicht. In Zusammenarbeit mit dem ADFC Schleswig Holstein entstand eine „Handreichung Fahrradstraßen“, in der es u.a. ums Finanzielle geht. Ohne Vollausbau – der in der Jürgen-Wullenwever-Straße ohnehin dringend angezeigt war – wären eben nur die Kosten für Beschilderung, Markierung und Poller (die schmalen auf der Straße, nicht solche Grabsteine daneben zur Park-Verhinderung!) angefallen:

Letztlich wurde eben die vorher allzu schlecht benutzbahre Fahrbahn saniert – und eine Fahrradzone sprang halt irgenwie auch noch dabei raus… Sie hat mitnichten 2 Millionen Euro gekostet. Obwohl das Gesamtprojekt nur möglich war, weil es einen Zuschuss aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes in Höhe von rund 937.800 Euro gab, wie das Schleswig-Holsteiner Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus am 25.10.2023 stolz verkündete – deshalb, weil hier die Radverkehrsinfrastruktur ausgebaut wurde und so mehr Menschen zum Radfahren motiviert werden können. So, so.
Aber ja: Den immerhin 1.600 Radfahrenden pro Tag bleibt gleichzeitig in Zukunft die Nutzung des schmalen und verhuppelten Radwegs erspart. Mit dem Rest haben sie aber kaum was zu tun.
Und wer sich den „Länderspiegel“-Beitrag vom 24.2.2024 nochmal anschauen möchte, der all das Gegeifer in Gang setzte: Die Fahrradzone ist als „Hammer der Woche“ ab Min. 16:17 dran…
Wow – ist schon was anderes, sich so ein technisch ausgereift gerüstetes und hochästhetisch ansehnliches Cross-Country-Fully wie das Spark RC SL TR Bike von Scott mit glänzenden Augen nicht nur im Internet anzugucken, sondern es in live geliefert zu bekommen, individuell aufzubauen und zum Anfassen im Laden stehen zu haben. Und dann erst das Anheben: gerade mal zehn Kilo schwer ist diese Maschin mit ohne Pedale!! Spooky!!

Rahmen, Lenker-Vorbaueinheit Syncros Fraser IC SL XC und Syncros Silverton SL30 Laufradsatz – alles aus Carbon



Dazu die vollintegrierte, spacige Hinterbau-Federung und die Fox 34 SC Federgabel



und als 12-Gang-Schaltung die Sram XX SL Eagle AXS Transmission



Et voilà: Cross-Country à la bonne heure.

Was für eine geschossige Schönheit!

Scott selbst zelebriert den Metamorphose-Effekt, den die ganze Spark-Familie um Papa Nino Schurter (Cross-Country-Titelsammellegende mit Olympiasieg, 10x WM und 9x Gewinn des UCI-Gesamtweltcups) mindestens um Mitternacht entfaltet – Verkehrswende in spooky:
Wie viel Gefühl in allem rund ums und auf dem Fahrrad steckt, wie künstlerisch-handwerklich Reparatur sein kann, wie kraftvoll der Anspruch, mithilfe von Körpersprache und Technik eins mit dem Fahrrad zu werden, anstatt einfach nur drauf zu sitzen und dahinzurollen, und wie wundervoll wow das sowieso ist, dass das eben einfach so geht ohne andere Hilfsmittel als den eigenen Körper – raus auf Straßen, Schotter, Waldwegen, dabei Licht und Schatten und alles drum rum ganz anders erfahren, auch einen Berg, ihn nicht angreifen, sondern bearbeiten. Und tagsüber einen Ort schaffen, wo sich Leute, Technik und Billardtisch begegnen, in Vergangenheit und Zukunft immer auf Fahrrad: Das alles in knapp acht Minuten über Ian, den glücklichen Australier, Fahrradfahrer und Mechaniker.
Sein Leitspruch gilt forever: Ride your bike, don’t just romance the idea. Ride!!
…auch wenn hier ein unromantischer Warnhinweis angebracht ist: Don’t hochdruckreinige any Fahrradteile like he does, if you love your Lagers (;
Und während wir alle hier im Alltag weiterleben, ist Fabis Schwester Carmen weiter unterwegs in den umwerfend beeindruckenden Naturszenarien zwischen Chile und Argentinien …

… allein mit ihrem Böttcher Evolution, aber immer wieder zusammen auf Tagestour mit so vielen anderen, die sich auf zwei Rädern auf nach Patagonien gemacht haben. Tatsächlich erstaunlich, auf wie viele Leute aus Europa sie da schon getroffen ist! Und erstaunlich schön auch, zwischendurch mal wieder in der eigenen Sprache schnacken zu können, auch wenn Carmen fließend Spanisch spricht…

Mindestens ein Jahr lang will sie durch die Gegend fahren; und wenn es ihr noch besser als erwartet gefällt, hängt sie noch eins dran. Und fährt dann vielleicht durch Asien.
Los ging es Anfang Oktober mit dem Flug nach Santiago de Chile, und nach ein paar Tagen Eingewöhnung arbeitet sich Carmen Richtung Süden durch, mit Tag für Tag schwindendem Heimweh. Erst parallel zur fabulösen Panamericana, dann mit einem Abstecher nach Argentinien, denn die Straßen in Chile sind komplett eingezäunt – es war unmöglich, Spots zum Wild-Campen zu finden, und die Campingplätze waren wegen der damals noch aktuellen Nebensaison meist nicht geöffnet.


Immerhin eine gute Gelegenheit, Gastfreundschaft zu erleben: Campen im Vorgarten oder auf größeren Höfen, mit Frühstück dazu oder Einladungen zum Mittagessen. Aber nach fast zwei Wochen bog sie doch ab ins Nachbarland, wo alles etwas einfacher läuft. Wobei: Das gilt zwei Monate nach der Amtsübernahme von Neu-Präsident Javier Milei nur noch fürs Fahrradfahren… Denn seit die „rechts-libertäre“ Regierung ihre Maßnahmen durchsetzt (und dafür allmählich trotz Ferienzeit massiveren Gegenwind bekommt), ist es unter anderem jedes Mal ein halbes Abenteuer, an Bargeld zu kommen! Einfach verrückt – und neben der Tatsache, dass nun auch noch Chiles Ex-Präsident Sebastián Piñera tödlich verunglückte und deshalb im Nachbarland Staatstrauer herrscht, erst der Anfang einer ganz anderen Geschichte…

Wenn der Süden Patagoniens erreicht ist, plant Carmen, nach Peru zu fliegen. Da war sie schon und weiß, wie viel besser die Fahrradinfrastruktur ist (wir werden berichten, apropos), und von da aus geht es dann Richtung Kolumbien weiter – wo es dann sogar Radwege gibt! Ist eben alles etwas fahrradaffiner als im Süden.
Mit dem Böttcher Evolution (übrigens in Blaugrün, RAL 5001) ist Carmen bisher absolut zufrieden. War nämlich gar nicht so einfach, ein Reiserad zu finden, das für einen Meter dreiundsechzig gebaut ist. Aber wozu hat man denn einen Bruder, der Fahrrad lebt? Also hat sich Fabi richtig reingehängt.

Obwohl Carmen vom Mountainbike kommt, haben sie sich gegen eine MTB-Variante und für das Evolution mit geradem Lenker entschieden, das dann superindividuell konfiguriert wurde:

Als das alles eingetütet und probegefahren und entschieden war, kam ein kleiner Bammel um die Ecke… Aber Carmens Zwischenfazit lautet: Rahmen, Bremsen, Schaltung – funktioniert alles super. Und mit einem (wirklich seltenen!) Platten lässt sich umgehen.
Und auch beim Zubehör wurden alle figgelinschen Probleme gelöst:


Und so macht Carmen ihren Weg durch Südamerika, und das ganze Sparen und Planen und Bangen hat sich schon jetzt absolut gelohnt. Dass sie alleine reist, ist für ihre Familie und Freund*innen ein viel größeres Problem als für sie selbst; zwar hat sie noch keine Solo-Radreise gemacht, war aber schon öfter alleine unterwegs, ob in Südamerika oder Kambodscha. Naiv oder unbedacht ist dieses Abenteuer eben auf keinen Fall: mit Venezuela hat Carmen gar nicht erst geplant, weil die Situation dort unsicher ist, und solange sie in ländlichen Regionen reist, hat sie weder Schiss noch heikle Situationen erlebt.

Der Plan geht auf: Ich bin 42, jobmäßig passt das, ich habe genug gespart – wenn ich mir jetzt nicht diesen schon Jahre alten und gereiften Traum erfülle, klappt es nie mehr. Chapeau mal 42, liebe Carmen! Und eine traumhafte Reise weiterhin!! Wir werden berichten…

Ein Fahrrad wie ein Ausgehanzug, in live bei uns zum Bewundern: Das Böttcher Evolution Gravel Bike in der Pulverlack-Sonderfarbe „Gradient Sunrise“ – oh yeah, so geht bunt nämlich, zumal in dieser Kreation mit schwarz eloxierten Felgen und der Carbon-Gabel von Ritchey!!! Der Reynolds 853er Rohrsatz aus nahtlos gezogenem Stahl macht den Rahmen zu einem so stabilen wie eigendämpfenden, feinen Freund fürs Leben, abseits des grauen Alltags und Asphalts. Klug abgerundet wird die rennende Kiesel-Grand-Waldweg-Wiesenmatsch-Kopfsteinpflaster-Straßen-Maschine mit der GRX-Gruppe von Shimano – bei uns in der 600er-Version, aber auch konfigurierbar mit GRX 800.

Gravel Bike aus Heide: Böttcher Evolution Gravel – in Spezialkonfiguration:





