Archiv für die Kategorie „Filmtipp“

Doppel-Höllen-Sonntag

Die erst sechste Ausgabe des Frauen-Rennens Paris–Roubaix Femmes startet endlich erstmals auch am traditionellen Sonntag, und es gibt gleich mehrere Favoritinnen, die das Fehlen von Flandern-Königin Demi Vollering als Beflügelung über die anstehenden, anstrengenden Kopfsteinpflasterpassagen nutzen wollen. Nicht zuletzt Lucinda Brand, die schlechtes cyclocrossiges Geläuf wahrlich so gewohnt ist wie Marianne Vos

Paris-Roubaix women 2026 preview | Question marks around Visma | LaB could change everything #ParisRoubaix #WomenCycling #CyclingNews #WomensSports #CyclingLife

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— IDL Procycling (@idlprocycling.bsky.social) 9. April 2026 um 12:45

Bei den Männern tun alle so, als ginge es nur um Mathieu van der Poel, der als Erster vier Mal in Reihe die „Hölle des Nordens“ auf Platz Eins überstehen will, und um Tadej Pogacar, dem ausgerechnet Paris-Roubaix noch fehlt auf seinem Monumente-Bingozettel… Aber van Aert ahne man da mal mit!

Zu bestaunen sind beide Rennen am Sonntag im Frei-Fernsehen bei Eurosport 1: Die Männer in live ab 10.30h (Rennstart 10.50h in Compiègne, Ankunft gegen 16.30h), bei den Frauen (Rennstart 14.35h in Denian) steigen wir um 17h live ein und sehen immerhin das Finale (Übertragung bis 18.45h). Das wird lang! Und wohl etwas weniger matschig, zumindest für den Sonntag selbst sind nämlich eher so 13 Grad und vor allem keine Schauer angesagt.

Die Hauptsache allerdings, mal abgesehen von Gewittern, Gewinnen und diesdas: dass die Strecke löcherlos präpariert wird. Euer Ernst?? Perkele!!

Cobblestones stolen from Arenberg and Carrefour de l'Arbre: 'Can be life-threatening' #ParisRoubaix #Cycling #CyclingLife #HellOfTheNorth #Cobblestones

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— IDL Procycling (@idlprocycling.bsky.social) 9. April 2026 um 10:51

Alan und die Canyons von Koksijde

Auf den Tag genau 14 Jahre ist es her, dass Mathieu van der Poel noch mit einem sehrsehr guten Fahrrad unterwegs war und in den Canyons von Koksijde 2012 den Junioren-Titel bei den Cyclo-Cross-Weltmeisterschaften erkämpfte: auf einem Cyclo-Crosser von Alan nämlich, dank seines damaligen Teams BKCP IKO Enertherm!! Und das als wirklichwirklich kleiner Bubi, und auch damals schon im direkten Duell mit Wout van Aert – und das ist vielleicht erstmal ein Bubi gewesen, wie man sieht:

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Auch die Plätze 3 und 8 dieses Rennens gingen an Alan-Fahrer von BKCP IKO Enertherm: an Quentin Jaurégui und Daan Hoeyberghs. Und am Tag darauf heimste dann die spätere Cyclocross-Dreifachweltmeisterin Sanne Cant aus demselbem Team auf ihrem Alan Elite-WM-Bronze ein, 2 Plätze vor ihrer Alan-Kollegin Katherine Compton:

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Cyclo-Cross Masters: Champions made in the Matsch rund um Wulfsdorf

Oh wow – und so sorry fürs späte Bemerken, aber damit sind wir der ollen UCI ja immer noch überlegen, denn die ignorierte es bis heute in den offiziellen Results-Listen (aaarrrggggrrrr!!): Silber und Bronze bei den 2025 UCI Masters Cyclo-Cross World Championships Ende November gingen in der Special-Kategorie an Michel Bemmann und Daniel Jiske, Teamkollege Moritz Mohr folgte direkt dahinter. Glückwunsch an die Drei aus Ahrensburg, Chapeau für Trainerin Jana und den Verein WEcycle e.V., die das Team „Inklusion & Cyclocross“ ins Leben gerufen haben!

WM-Titel Cyclo-Cross Masters WEcycle aus Ahrensburg fährt als Inklusionsteam aufs Podium bei den UCI-World Championschip 2025 in Varese - gesehen von at Fahrräder in Lübeck, alle Rechte und © bei https://www.wearecyclocross.com/ - Screenshot von der Homepage
Das Team von WEcycle auf dem Podium in Varese, oh yeah! (alle Rechte und © dieses zitierenden Screenshots liegen bei der Ursprungsseite: https://www.wearecyclocross.com/)

Getreu dem Motto: sich „nachhaltig und niedrigschwellig für Inklusion im Radsport stark machen und dort ansetzen, wo Berührungsängste oder Vorbehalte gegenüber der Disziplin Cyclo-Cross vorherrschen oder von Verbänden und Institutionen zu wenig Interesse für eine mögliche Förderung der Aktionen vermutet wird”, wie es der 2. Vorsitzende Bernd Kaminsk mal formulierte – und wie man es der ollen UCI wohl immer wieder in the face schreien muss. Der NDR jedenfalls hatte Großes geahnt und die Vorbereitungen auf Varese im heimischen Matsch kurzfilmisch präsentiert. Und das Team selbst hat im eigenen Blog die Eindrücke aus Italien geteilt. Mit Podium und einmal alles, auguri! Also sowieso, auch ohne Medaillen.

Ach du Scheibe

Ganz großes Kino bei at: Team Scheibenbremse nimmt die Verfolgung auf!

La Reine vom Col de la Madeleine

36 Jahre nach Seriensiegerin Jeannie Longo kann zum ersten Mal wieder eine Französin die Tour gewinnen – heute gilt’s für die erst im letzten Jahr speziell für dieses Rennen vom Mountainbiken zurückgewechselte Pauline Ferrand-Prévot im maillot jaune nach ihrem Höllenritt auf der gestrigen Königinetappe

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Was für ein desastre für die Favoritinnen. Aber wer weiß, was neben Verfolgerin Gigante die vorab belorbeerten Vollering und Niewiadoma heute vor- und draufhaben? Hier bei der Sportschau live mitstreamen ab 15.15 Uhr!!!

The GC in the ?? #TDFF2025 with one stage to go!

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— Domestique (@domestiquecycling.com) 2. August 2025 um 18:51

Auf dem Schirm

Bei allem Mitgefieber: Na claro ist das strahlende Bild der Grands Tours nicht ganz vollständig ohne die leisen oder lauteren Zweifel an dem, was da so vollbracht wird. Und ohne das Schweigen, das im Peloton und drum rum weiter herrscht. Zu sehen hier:

Jetzt online in der ARD-Mediathek unsere neue Doku:

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— Hajo Seppelt (@hajoseppelt.bsky.social) 21. Juni 2025 um 09:14

Oder doch per Doku ab in die gute, alte Zeit? ;)

Motta, Gimondi, Adorni und Merckx lachen bei der Straßem-WM 1968, worüber sich at Fahrräder freut, dein Fahrradladen in Lübeck - Foto: Olympia (notizie sec. XX seconda metà),, Public domain, via Wikimedia Commons
Eddy kann lachen – sapperlot! Muss an Motta, Gimondi und Adorni liegen und geschah bei der WM 1968 (Foto: Olympia (notizie sec. XX seconda metà), Public domain, via Wikimedia Commons)


Pünktlich für nach dem 80. Geburtstag: „Eddy Merckx, die Radsport-Legende“ – verfügbar bis Anfang Oktober.

Von oben herab

Bis vorhin dachte ich bei Alpe d’Huez ausschließlich an all die epischen Etappen, die sich auf den Straßen rund um die Alpenlegende mit ihren 21 Kehren zugetragen haben – bis mir der Youtube-Algorithmus, den ich schon oft verflucht habe angesichts der vollkommen zu Unrecht vorgeschlagenen Mistmusik, was mich aber andererseits beruhigt zurückließ angesichts der Unterlegenheit von Mathematik oder KI oder beidem, wenn es um die emotional-zusammenhangstechnisch-ästhetische Dimension von Kunst geht, also ääh – sorry fürs Abschweifen am Montagabend:
Bis mir eben dieses Video in die Guck-dir-das-doch-mal-an-Vorschläge gespült wurde. Da lässt uns der Brite Alex Holokow, der unter dem martialischeren Namen Wolfpack Adventures etliche erstaunliche (und ebenso viele anstrengende) Beiträge zu „mountain bike adventures with the goal of inspiring more people to get out and explore the 2-wheeled lifestyle“ postet, …

Screenshot von einem Video von Wolfpack Adventures - extreme Trails am Rande des Abgrundes, gesehen bei at Fahrräder, deinem Fahrradladen in Lübeck (Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=BFo8xW1JlBE)
O-Ton: „holy moly!!“ und „how sick is this???“ – Antwort: zu!!!!
(Screenshot von Wolfpack Adventures auf Youtube – Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=BFo8xW1JlBE)

was Hartgesottenere sich gern anschauen mögen, an anderer Stelle an seinem „Megavalanche“-Adventure teilhaben. Und sein Weg vom Gipfel bis zur Ankunft in Allemond (schlappe 2.600 Meter darunter) im Quali-Lauf von 2023 ist einfach eine Reise wert – puuuh. Zur Erklärung: Bei der „Megavalanche“, einer der „legendärsten und unumgänglichsten Marathonabfahrten der Welt“ starten seit 1995 in jedem Sommer (nur im Corona-Jahr 2020 fiel’s aus) sehr, sehr viele Menschen massenstartend gleichzeitig und müssen dann auf 20.000 Metern rasend bergab halt wie die Besengten einfach nur versuchen, auf dem Rad zu bleiben und dabei so viele wie möglich zu überholen – also da, wo es geht. Das war in diesem Jahr noch schwieriger als sonst, weil das Rennen zugenebelt wurde. Hugo „Big Bird“ „die Taube“ Pigeon vom Scott SR Suntour Enduro Team ließ trotzdem alle auf dem letzten Loch La Paloma pfeifend hinter sich, wie schon 2023. Und wenn man im Video (siehe weiter unten, die Redaktion) alle so animalisch keuchen hört und am Rand ausgepumpt ausruhen sieht, ist es umso erstaunlicher, dass Hugo Pigeon wegen ernster Magenprobleme vom Cyclocross zum Enduro wechselte – weniger Belastung… Aber ja: halt nur 20-39 Minuten lang, wenn auch vollst Stoff. Stolz sah er jedenfalls aus, der Große Vogel, mit Michelin-Bibi in den ermatteten Armen, im Ziel nachm Finale. In dem übrigens (Spoiler! Obacht!) Alex Holokow an Position 321 ankam.

Weil Hugo Pigeon ja aber Voll-Profi und deshalb kaum bereit dazu ist, ab und zu einhändig chauffierend dafür zu sorgen, dass die Bordkamera freigewischt wird, und weil er auch keine Zeit für Kommentare, Selbstbeschwichtigungen und Flüche hat, all dies aber für Alex Holokow nicht gilt, gucken wir uns lieber dessen Film an. Von oben bis unten. Weil so eine neue Woche nämlich neue und aufregende Ausblicke verdient hat!

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Und wer nu unbedingt Lust aufs Ausprobieren bekommen hat: Hier drei Strecken zum kommoden Nachfahren

Bini statt Ete

Heute abend bei „arte“ und parallel in der Mediathek: Wie es Biniam „Bini“ Girmay erging auf seinem Weg von Eritrea ins Grüne Trikot bei der aktuellen Tour de France mit gleich drei Etappensiegen. Beeindruckend Hilfsausdruck!!

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OMG: MTB!

Bevor es sportlich endgültig auf die französische Straße geht, dürfen sich Schwindelfreie nochmal daran erfreuen, was zwei andere aus den Scott-Teams so in den Bergen veranstalten: Nicht nur Nino Schurter kann Cross-Country, auch seine Teamkollegin Kate Courtney und Scotts Downhill-Queen Marine Cabirou crossen höchst erfolgreich durch Welt-Cups, WMs und eben Berge. Große Berge. Mit dem todesmutig-lebensmüden Safa Brian im Schlepptau sogar als Tanz auf dem Vulkan! Anschnallen – jetzt geht’s kunstvoll abwärts:

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Un plaisir simple

Wer jemals in Frankreich oder Italien am Samstag oder Sonntag auf kleineren oder kleinsten Straßen unterwegs gewesen ist, wird sich für immer an die Grüppchen älterer und sehr alter Menschen auf älteren oder sehr neuen Rennrädern erinnern, die in angewetzten Trikots und mit einem sehr zufriedenen Gesichtsausdruck, zuweilen parlierend, aber meist hoch konzentriert und mit einem heiligen Ernst Hügel und Windkanten bezwingen. Am späteren Nachmittag sind die örtlichen Cafés voll von diesen vielleicht müden, aber unermüdlich in sich ruhenden cyclistes oder ciclisti, die vor einem vin blanc oder caffè sitzend die Plastiktische umrunden und darunter mit ihren Schuhen rumklickern. Und alle haben ihre eigene Geschichte. Manchen muss vom Rad oder wieder rauf geholfen werden, aber fahren tun sie alle noch.
Und das tut auch Benjamin Piovesan, der Ende 2023 seinen 90. Geburtstag feierte. Und weil sein Enkel Florent Dokumentarfilmer ist, lassen die beiden uns teilhaben an Benjamins Leben und seiner spät entdeckten Fahrradleidenschaft: un plaisir simple. Mit viel Würde und in eigenem Rhythmus: einfach wundervoll.

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Und schon 2013, als Benjamin kurz davor war, seinen vierten zwanzigsten Geburtstag zu feiern, entstand ein erster kurzer Film zu ihm von Florent. Irgendwie geht es gar nicht anders, als seinem Großvater die Daumen zu drücken, dass wir 2034 eine nächste Episode zu sehen bekommen. Hach.

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Anschrift

at Fahrräder
Beckergrube 63
23552 Lübeck

Tel. : 04 51 – 798 22 68

Öffnungszeiten

Beratung, Reparatur, Verkauf:

Mo. + Mi. – Fr. 10.00 – 14.00 und 14.30 – 19.00 Uhr

Di. 10.00 – 14.00 Uhr (nachmittags geschlossen)

Samstag 10.00 – 14.00 Uhr

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