Geht alles

Lust auf Luft und freien Blick ins Weite, Grüne, Zwischendenmeerige? Denn rauf auf einen der schleswig-holsteinischen Radwanderwege und Ostertour durchziehen! Vielleicht in der Lübecker Bucht? Geht auch mit ohne Superhightechwetterabweisungsklamotten, selbst bei 9-12 Grad im Pieseligen. Genießt es!

Wirtschaftsweg, Feldmark, Fahrrad, fertig! (© N. Kossel)

Eine Runde Flandern, bitte!

Am Sonntag ist es soweit: Der Frühling ist endgültig da!! Also na ja, zumindest auf dem Radsportkalenderpapier… Zu erwarten sind maximal 8 Grad, wenn sich die Frauen und Männer auf ihren rennenden Maschinen morgen auf die Ronde van Vlaanderen begeben – aber klassischer geht es eben kaum. Van Aert raus wegen C, etliche andere angeschlagen oder auch nicht dabei, van der Poel und Pogacar sind die höchstgehandelten Überfavoriten über die 272,5 Kilometer. Um 10h geht es da los (Zieleinfahrt gegen 16.45h).
Bei den Frauen schauen alle auf die Italienerinnen – allen voran auf Weltmeisterin Elisa Balsamo, die in 2022 bisher alle (bis auf Chiara Consonni) und alles (bis auf Dwars door Vlaanderen) niedergefahren hat und sich anschickt, den Regenbogentrikotfluchschnack Lügen zu strafen. Start ist um 13.25h, das Ziel (jetzt auch inklusive Koppenberg und 10 weiterer Hügel, dazu mit 6 Kopftseinpflasterpassagen) liegt 158,6 Kilometer entfernt und wird round about 17.45h erreicht werden.
Und wir sind live dabei, ab 10.30 Uhr, viele Stunden lang. Bei Eurosport 1.
Als Vorgeschmack und Appetithappen gerne schon jetzt den mindestens interessanten Film darüber gucken, was Profi-Teams so tun: Behind The Scenes bei der Männer-Flandernrundfahrt 2020 (Werbung auf dem Helm bitte deutlich und entschlossen ignorieren). Und über diesen Link lässt sich prima in allen langen Videos von Flanders Classics stöbern.

Was Gary Fisher sagt

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Und allen, deren postmodernes Vokabular etwas eingerostet ist, hilft bedeutungonline.de: „Ein Moonshot ist ein ehrgeiziges, bahnbrechendes Projekt, bei dem ungewöhnlich innovative Ideen umgesetzt werden. Die Vorhaben sind visionär und lassen kurzfristig weder eine Rentabilität noch einen Nutzen erwarten. In den meisten Fällen lässt sich keine vollständige Untersuchung potenzieller Risiken erkennen.“ Freuen wir uns also auf langfristige Rentabilität und ewig währenden Nutzen!

Allein schon, wie sich das schon schön liest: Settimana Internazionale Coppi e Bartali!!

Coppi und Bartali 1940-1943 auf einem Bild eines laut wikimedia commons unbekannten Autors (Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Coppi_Bartali_1940.jpg)
Coppi und Bartali zwischen 1940 und 1943, von unbekannt abgelichtet (Quelle: Wikimedia Commons)

Fünf Tage mit dem Rad rennen im Zeichen von Fausto und Gino: Gestern war es für 2022 vorbei damit – und am Ende war nicht der stets zu Scherzen aufgelegte Paolo Bettini (hihi, das waren noch Zeiten!), sondern der ja ohnehin auch viel jüngere Ire Eddie Dunbar vorne. Und der sagte immerhin vor ein paar Jahren schon: „I won’t quit cycling till I’ve won the Tour de France.“ Na denn man denn!

Paolo Bettini 2006 beim Zeitfahren der Settimana Internazionale Coppi e Bartali - Autor Author Enrico Siboni at Italian Wikipedia
Signore Bettini 2006 beim Zeitfahren der Settimana – orangefarbene Streifen NICHT original übrigens (Autor: Enrico Siboni at Wikipedia – Quelle und Lizenz)

Wer hat’s erfunden?

Okay, man wundert sich schon, welche hohen Kosten für neue oder zu sanierende Fahrradwege so aufgerufen werden… Aber abgesehen von der Notwendigkeit vons Janze: Dass neuerdings Überlegungen auftauchen, die Radfahrenden an diesen staatlichen Ausgaben zu beteiligen, wie ja auch Auto-Leute über Steuern u.a. für den Straßenbau zur Kasse gebeten werden, ist absurd! Schön und argumentativ unterfüttert nachzulesen bei spiegel.de anlässlich des Vorstoßes in der Schweiz, wo eine von 45 Politiker*innen unterstützte Gesetzesinitiative gerade anpeilt, Radelnde mit Hilfe einer Fahrrad-Vignette an den Infrastrukturkosten für den Veloverkehr zu beteiligen.

Ein paar Stichworte:
Steuern sind nicht zweckgebunden, auch nicht Kfz- und Energiesteuer – Steuern gehen an den Bund, die Radwege bauen und betreuen die jeweiligen Bundesländer – die Energiesteuer auf Sprit wird zwar kommunal verteilt, fließt aber in große Infrastruktur-Vorhaben (Radwege zählen bei aller Aufwendigkeit selten dazu) – 2022 werden von 18 Milliarden (!) Euro, die laut Bundeshaushalt der Verkehrsinfrastruktur insgesamt dienen, 17 Milliarden zur Hälfte Straßen und Schienen, rund 1 Milliarde ist für Wasserstraßen eingeplant; errechne den Rest… – auch die 2020 bis 2023 bereitgestellten knapp 1,5 Milliarden Euro für die Fahrradförderung des nehmen sich daneben bescheiden aus!
Spiegel-Autor Jürgen Pander weiß außerdem: „Nach Ansicht mancher Fachleute wären wohl ohnehin Zuschüsse für Radfahrer eher angezeigt als Abgaben“. Schon 2019 wies nämlich eine schwedische Studie nach, dass jeder Kilometer, der mit dem Auto zurückgelegt wird, „gesellschaftliche Kosten – etwa durch Unfälle, Schadstoffausstoß, Lärmbelastung – von rund 11 Cent verursacht“. Viel, viel besser und auf der Haben-Seite steht das Radfahren da: Pro Kilometer entsteht ein „gesellschaftlicher Gewinn von 18 Cent“! (Für jeden Zu-Fuß-Kilometer wurde dar ein Plus von 37 Cent errechnet).
Und wieso das alles? Ich zitiere: „Fahrradfahren und Zufußgehen seien erheblich umweltschonender, platzsparender, gesünder – und mithin vorteilhafter für die Gesellschaft insgesamt.“
Und jetzt kommst du!

Forza Sonny!

Puuuuh. Sonny Colbrelli, Sieger der ikonischen 2021-Ausgabe von Paris-Roubaix und gerade erst von einer Bronchitis genesen, scheint stabil zu sein nach den Herzproblemen hinter der ersten Ziellinie bei der Katalonien-Rundfahrt. Durchhalten!!!

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La Primavera, auch in amateurhaft

Am Mittwoch gab’s mit Mailand-Turin das Warmfahren – und am Samstag ist es dann soweit: Von Mailands Velodrom geht die Primavera ab an die Blumen-Riviera nach Sanremo! Alaphilippe hat zwar Vertrag, aber Bronchitis, und statt stattdessen mit Cavendish den nigelnagelneuen Mailand-Turin-Sieger auf die 293 Kilometer zu schicken, wird das Team mit Jakobsen aufgefüllt. Profisport muss nicht logisch sein! Und ein Profisportler auch nicht, übrigens. Sonst hätte Peter Sagan sich im letzten Jahr wohl auch nicht „wie ein Verrückter“ gerieren müssen, als er und sein Bruder Juraj in Monaco in eine Polizeikontrolle gerieten und sich der angetrunkene Slowake aus Furcht, „zwangsgeimpft zu werden“, massiv gegen eine Fahrt zum Hospital wehrte. Äääähemmm. Inzwischen beteuert sein Manager, Sagan sei doppelt geimpft. Und inzwischen ist er außerdem doppelt genesen – und will am Samstag nach Gesundwerd-Pause wieder angreifen. Als einmaliger Zweiter und vierfacher Vierter seit 2011 beim ersten Monument jedes Jahres hat er ja auch ein klares Ziel vor Augen. Wir erinnern uns an 2017, als er mit dem dann Dritten Alaphilippe und dem späteren Sieger Kwiatkowski um den Sieg in Sanremo sprintete:

Primavera-Finish vor fünf Jahren (Bild: Claudio Martino bei Wikimedia Commons/Lizenz)

An der Via Roma einen Schlusssprint-Stehplatz zu ergattern, ist wohl eine Herausforderung. Auch an der Cipressa oder dem Poggio, wo sicher wieder die entscheidenden Sprints ausgefahren oder Attacken gestartet werden, könnte es eng werden. In Ospedaletti aber, am Tunnel Capo Nero, ist das Dabei-Sein sicher am gänsehautnahsten!

Tunnel als Denkmal (Bild: Patafisik bei Wikimedia Commons/Lizenz)

Hier huldigen im Nineties-Style beleuchtete Tafeln nicht nur legendären Fahrern, sondern La Classicissima selbst als Monumentalmonument seit 1907. Und hier fahren an den anderen 364 Tagen im Jahr auch ganz andere Leute durch: Solche, die von der Pista ciclabile del Ponente ligure wissen, der ehemaligen Bahnstrecke, die über immerhin 24 Kilometer zu einem Radweg der reinen Freude ausgebaut wurde – durch Tunnel oder bergiges Terrain zweispurig meist direkt an der aussichtsspektakelreichen Küste entlang. Amateurhaft also im allerbesten Liebhaben-Urwortsinne!

Pista ciclabile del Ponente ligure (Quelle: https://www.pistaciclabile.com/de/karte/)

Und im Hinterland haben denn auch Mountainbike-Bekennende viel zu kurbeln und lachen: Da lagern majestätische Täler und grüüüüne Hügel, die sich zu gewaltigen Bergen auswachsen und klarmachen, warum Ligurien-Fans so von Mare e Monti schwärmen. Wenigstens die Fernsehbilder werden uns ab Samstagmorgen dahin entführen: Wetter soll sonnen, alles ist wohlbereitet. Fahrrad!! Fahren!!

Monti… (© N. Kossel)
…e Mare (© N. Kossel)

Gesucht: ein:e Mitarbeiter:in!

At Fahrräder, Dein Fahrradladen in der Lübecker Innenstadt, sucht ein:e Mitarbeiter:in fürs Schrauben, Beraten und Verkaufen im Dezember 2021

Zwischen den Meeren zur Sonne

Die beiden slowenischen Wunderfahrer dominieren die beiden wunderschönen Wochenrennen, auch wenn Pogacar gestern eine italienische Kurve verpasste… Bei Paris-Nizza fallen nach Doppeltitelverteidiger Schachmann reihenweise weitere Fahrer mit Unwohlsein aus, bei Tirreno-Adriatico war Doppel-Corona-Genesener Peter Sagan der prominenteste Aufhörer. Trotzdem natürlich alles spektakulär und weiter spannend. Und diese Aussichten!!! Immer so Hügel, Kirche, Bäume, Hügel, Meer. Aaaaaah!

Hier ja auch Sonne, aber soooo kalt. Da verlockt die Aussicht auf Live-Übertragungen mittenmang in die gute, warme, muggelige Stube. Bei Eurosport gibt’s die beiden Schlussetappen beider Rennen: heute ab mittags erst Frankreich, dann Italia – morgen das Ganze in anders rum. Wunderbar.

So nämlich!

Von wegen Frauentag und Hardcourt Bike Polo und so: Joy of Cycling plus Power, Power, Power!!! Oder in neumodischer: #BreaktheBias. Jeden Tag.

Anschrift

at Fahrräder
Beckergrube 63
23552 Lübeck

Tel. : 04 51 – 798 22 68

Öffnungszeiten

Beratung, Reparatur, Verkauf:

Mo. + Mi. – Fr. 10.00 – 14.00 und 14.30 – 19.00 Uhr

Di. 10.00 – 14.00 Uhr (nachmittags geschlossen)

Samstag 10.00 – 14.00 Uhr

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