Geschlossen wir öffnen heute um 10 Uhr

Kategorie: Sportlich

Quäl dich, du Sau!

Grafik in Rot: historische Rennfahrer auf Kopfsteinpflaster, darüber der Schriftzug „A Day in Hell“

Frei nach diesem Motto kann man am Sonntag, den 14. April, den Klassiker Paris–Roubaix ehren. Wahlweise mit Dosenbier vor der Glotze oder in Radsportmanier auf dem Kopfsteinpflaster – und nachträglich mit belgischem Flaschenbier vor der Glotze. Warum belgisch? Weil die klassischen Steine im Kopfsteinpflaster auch Belgische Blöcke genannt werden. Wer es gerne etwas geselliger hat, der kann an ‚A DAY IN HELL‘ von Rapha teilnehmen. Die Schinderei kostet nur 15€. Die Berliner Variante ist 120km lang und am Ende gibt es im Clubhaus Hotdogs, Drinks und natürlich das Rennen im TV.

into the wild

Der Frühling zickt noch etwas rum. Es ist also eine gute Zeit, um das nächste Abenteuer zu planen. Alex Howes von EF hat mal zusammengestellt, was man von seiner Warte aus beachten sollte :-)

Bildschirmfoto eines Reiseberichts über Bikepacking, mit einem Foto eines bepackten Rads am Berghang

Paris-Brest-Paris 2019 – Qualifikation 200km

Am Sonntag hat das Project PBP19 nun richtig Fahrt aufgenommen. Fazit: Stromversorgung immer noch anfällig. Zu schnell gefahren. Knie muckt auf…

Inhalt von Strava

Dabei werden deine IP-Adresse und Angaben zu deinem Gerät an Strava, Inc. in den USA übertragen. Datenschutzerklärung von Strava

Gilt für alle Inhalte dieses Anbieters und lässt sich jederzeit zurücknehmen.

TRANSCIMBRICA März 2019

Seit dem 9.3. um 00:01h sind ein paar wetterresistente Randonneure bei der Transcimbrica, einer Langstreckenfahrt von Hamburg nach Skagen (und zurück!), unterwegs. Mit von der Partie einer meiner Brevet- und Early-Bird-Kollegen Gerald H. aus B. Ich drücke also extra fest die Daumen und erhole mich (immer noch) von den laschen 44km Gegenwind (~80km/h) vom Freitag. Ich würde nicht tauschen wollen, obwohl die Strecke wirklich schön ist, und sogar Elemente unserer Ostertour aufweist…. Wer will, kann die Fahrer auch per Tracking verfolgen. So wie es aussieht hat es Gerald relativ eilig… :-)

Schneller als die Rennleitung erlaubt…

Nicole Hanselmann reisst aus, und holt das Rennen der Männer ein. Das Vermischen der Rennen wäre zu gefährlich befand die Rennleitung und verordnet eine Zwangspause. Am Ende wird Nicole 74. Medial ist die Aktion aber ein voller Erfolg :-) https://www.instagram.com/p/BuhmXSzncxe/?utm_source=ig_web_button_share_sheet

Bikefitting Teil 4: Lenkerposition

Mit der Lenkerposition tue ich mich besonders schwer. Das liegt zum einen daran, dass ich meine Gabel damals zu knapp abgesägt habe und nun der Spielraum für Spacer fehlt, und zum anderen daran, dass viele Faktoren reinspielen. Wie hoch, oder tief der Lenker sein kann hängt zum Teil an der individuellen Flexibilität (je tiefer umso Aero) als auch am Einsatzgebiet. Für die meisten Hobbyradler gilt: lieber einen Tick höher und mit mehr Komfort, als mit Schmerzen cool aussehen. Der Lenker sollte locker in der Hand liegen und alle Aktionen wie Schalten und Bremsen sollten leicht durchführbar sein. Wessen Oberkörper sich so nach Vorne neigt, dass er sich auf den Lenker stützen muss, der sollte nochmal zurück zur Sattelposition. Die Arme sollten entspannt auf dem Lenker liegen, damit nicht alle Erschütterungen in den Oberkörper durchgereicht werden. Das sich jemand am Lenker festhält, weil der Oberkörper sich sonst aufrichtet kommt eher selten vor. Hier nochmal der Mops aus dem Beitrag zur Sattelhöhe. Im Sinne des Komforts wurde seine eh schon aufrechte Haltung sogar nochmal um 2° erhöht indem der Vorbau umgedreht wurde. Merke: Komfort ist Geschwindigkeit (auf der langen Strecke). Ich habe gehört, dass der Probant nun Yoga betreibt damit er den Vorbau bald wieder zurückdrehen kann…

Mit folgendem Video bekommt ihr einen Überblick über die Problematik:

Inhalt von YouTube

Dabei werden deine IP-Adresse und Angaben zu deinem Gerät an Google Ireland Limited in den USA übertragen. Datenschutzerklärung von YouTube

Gilt für alle Inhalte dieses Anbieters und lässt sich jederzeit zurücknehmen.

 

Paris-Brest-Paris 2019 – Vorbereitung

Im letzten Jahr hat sich der Webmaster den Superrandonneur vorgenommen. Mission Accomplished.  Gestern hat Lord Helmchen nun seine Vorregistrierung für Paris-Brest-Paris 2019 bestätigt bekommen. Es wird also ernst, und sollte keine Katastrophe eintreten, dann stehen wir am 18. August an der Startlinie. Gut vorbereitet, aber dennoch ohne Ahnung, was genau die nächsten 75-90 Stunden auf uns wartet… Apropos Vorbereitung: So ein Unternehmen ist ja für einen normalen Radfahrer ziemlich respekteinflößend. Daher habe ich auch einiges unternommen, damit das unvermeidliche Leiden so gering wie möglich gehalten wird.

Das Training:

Ich war bis Januar 2018 ein ganz normaler Durchschnittsrennradler. Je nach Laune und Wetterlage kamen da 3000-6000km über das Jahr zusammen. Für PBP war klar, ich muss lernen, lange im Sattel zu sitzen und  meine Kräfte richtig einzuteilen. Ich bin also vom Januar an (relativ stur) mindestens 150km pro Woche gefahren. Meistens aufgeteilt auf 2 Touren, und nur Kilometer gerechnet, die man im Trikot verbringt. So bin ich im letzten Jahr rund 10200km gefahren. Wichtig ist es, bei jedem Wetter zu fahren da man nur so genügend Infos bekommt, welche Kleidung bei welchem Wetter hilft, und wie sich das Material allgemein verhält. Ab wann sind die Taschen durch? Kann ich nach stundenlanger Nässe noch das GPS bedienen? Brauche ich extra wasserabweisende Handschuhe oder Stulpen? Sehe ich noch genug durch die nasse Brille? Usw…

Das Rad:

Die Vernunft würde einen Randonneur vorschreiben. Auf dem hätte man mehr Komfort und bessere Halterungen für Taschen und Schutzbleche. Aus reiner Nostalgie fahre ich PBP aber mit meinem geliebten Wechsel Renner. Ich habe nur einen anderen Sattel (Brooks), Laufräder mit Nabendynamo und grösserer Maulweite, Licht und Schutzbleche bestellt. So habe ich etwas mehr Komfort (26mm Bereifung) und muss nicht über Licht nachdenken. Die Schutzbleche halten gut was ab – vor allem für den Hintermann…

Sitzposition/Kondition:

Es ist generell wichtig, wie man auf dem Rad sitzt. Bei Strecken über 10 Stunden kann die Sitzposition aber entscheiden, ob man noch frisch ist, Schmerzen hat, oder abbrechen muss. Ich bin früher einfach losgefahren, hatte nach 80km meist leichte Rückenschmerzen und nach 150km stärkere Rücken und Nackenschmerzen. Das war okay. Schmerzen gehören halt dazu, dachte ich. Beim Brevet kann man das aber nicht brauchen. Daher war ich einmal beim Bikefitting und habe Sitzposition und Vorbau verändert. Mir hat das ne Menge gebracht. Und weil die bei der Diagnose so nett sind wurde gleich noch eine Leistungsdiagnostik erstellt. Es kann einfach nicht schaden, wenn man sieht, wo der Körper noch etwas lernen kann. Aus der Erinnerung – und Laienhaft formuliert – war bei mir das Ergebnis, dass sich der Punkt an dem der der Körper die Energie nicht mehr aus den Fettreserven, sondern aus dem Kohlehydratspeicher holt durch gezieltes Training nach hinten verschieben lässt. Zudem kann man durch das Trainieren der Essenszufuhr auch den maximalen Kohlehydratspeicher ausweiten. Wer diese Daten von sich kennt, der kann relativ genau ausrechnen, bei welcher Belastung er über welchen Zeitraum wieviel Nahrung braucht. In wie weit sich mein Training ausgezahlt hat sehe ich dann bei der kommenden Diagnostik. Ich kann aber jetzt schon ganz klar sagen, dass das Training im Bereich von ~130bpm und ~140W (bei mir die Stelle, an der die Kurve langsam absackte) spürbar etwas gebracht hat. Zudem bin ich morgendliche Kilometer (bis 2,5std) immer nüchtern gefahren.

Erfahrung:

Ich habe bei den ersten Brevets den alten Hasen Löcher in den Bauch gefragt und dabei viele gute Infos bekommen. Was macht man gegen einfrierende Flaschen? Welches Werkzeug/Ersatzteil muss unbedingt mit? Wie teilt man sich das Essen/Schlafen ein? Am Ende muss man aber seine Erfahrung selbst machen und entscheiden, was für einen funktioniert. Bis heute habe ich mir folgende Erfahrungen notiert:

  • Komfort ist Geschwindigkeit (gilt spätestens ab 300km)
  • Regelmäßig das Richtige essen (und nicht zu viel)
  • Mehrere kleine Taschen am Rad verteilt sind praktischer als eine „Große“
  • Gute Kleidung hilft enorm. (Scheint mir bei schlechtem Wetter wichtiger als das Rad)
  • Nachts ist eine Lampe am Helm Gold wert
  • Nachts allein ist nicht gut für den Kopf
  • Nicht hinten verstecken, sondern in der Gruppe auch mal vorne fahren (gilt ganz allgemein und gehört zum guten Ton)
  • Und das Wichtigste: Es geht immer noch weiter. Hast du eine Krise, dann mach ne Pause, lass die anderen fahren, leg dich ggf. ne Runde ins Gras oder fahr ruhig weiter. Irgendwann kommt man wieder, und das Tal ist überwunden…