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Parallelwelten
Ja, meine Damen und Herren, auch wenn es untergeht im Männer-Tour-Buhei: Seit gestern läuft der Giro d’Italia Women 2025!! Ein maximal bescheuerter Termin. Einen Tag nach Tour-Start. Live-Bilder gibt es nur über den Bezahl-Sender Discovery Plus, bei Eurosport dann am frühen Abend eine Zusammenfassung. Und so werden wenige(re) beobachten, wie Tour-de-Suisse-Siegerin Marlen Reusser nach dem gestrigen Triumph beim Auftakt-Zeitfahren in Bergamo versuchen wird, das Maglia Rosa über die anstehenden 7 weiteren Etappen zu verteidigen – und wie Elisa Longo Borghini danach trachtet, ihren Giro-Sieg vom letzten Mal zu wiederholen. Als recht frischgebackene italienische Meisterin übrigens:
Elisa Longo Borghini volgt zichzelf op als Italiaans kampioene, verrassende winnares in Frankrijk
— Wielerflits (@wielerflits.bsky.social) 28. Juni 2025 um 18:11
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Immerhin: Die RCS MediaGroup, die unter anderem eben auch den Männer-Giro organisiert, ist seit letztem Jahr für die Giro-Frauen zuständig und hat angekündigt, den schon traditionellen Juli-Termin in 2026 auf Ende Mai vorzuverlegen und – ähnlich wie schon bei anderen Grands Tours der Frauen – im Anschluss ans Männer-Event starten zu lassen. Bleibt zu hoffen, dass die Aufmerksamkeit damit steigen wird.

Dabei gibt es Spannung genug: Ohne Demi Vollering eröffnen sich ganz andere Rangeleien um Rosa. Neben Reusser und Longo-Borghini muss dann nicht nur mit aufstrebenden Jung-Fahrerinnen gerechnet werden, sondern auch mit so alten Hasen wie Marianne Vos, die mit 37 auf immerhin 32 Giro-Etappensiege zurückblickt und weiter nach vorne guckt, und auch Anna van der Breggen, die 2022 als Sportliche Leiterin ihres Teams SD Worx die Seiten gewechselt hatte, greift nach dem Rücktritt vom Rücktritt mit 35 doch nochmal an. Und – Achtung: Spoiler! – unterstrich ihre Ambitionen gestern mit einem vierten Platz. Und auch die Zeitfahr-Zweite Lotte Kopecky hat wie immer Lust auf mehr.
Heute geht es auf der zweiten von insgesamt 8 Etappen von Clusone nach Aprica, mit einer ersten, wenn auch nicht maximal schweren Bergankunft. Über die einzelnen Etappen informiert die Sonderseite von radsport-news.de – und vom offiziellen Veranstalter gibt es regelmäßige Highlight-Videos. Wie dieses (wenn auch energielos kommentierte) vom gestrigen Zeitfahren:
Nach insgesamt 936,9 Kilometern ist am 13. Juli Schluss mit dem Giro d’Italia Women 2025 – und da die parallel laufende 9. Tour-Etappe der Männer eine flachere mit voraussichtlicher Sprint-Ankunft sein wird, sei wenigstens an diesem Schluss-Tag bisschen mehr los im Medienzirkus. In bocca al lupo!
Maglia Bianca statt Maglia Rosa
Was für ein Giro 2025! Simon Yates fährt sich heimlich, still und leise und ohne einen einzigen Tagessieg erst mit der vorletzten Etappe ins Maglia Rosa, und der gerade mal 21jährige Isaac Del Toro verliert es eben erst dann, nach 11 langen Tagen als Gesamtführender. Weil er entweder seinen eigenen Colle-delle-Finestre-Moment erlebte, den Yates 2018 so schmachvoll im Duell mit Froome durchmachen musste, und eben einfach nicht mehr in den Beinen hatte – oder weil er denn doch zu unerfahren/begriffsstutzig/stolz/stur war, um sich mit Richard Carapaz abzusprechen, mit dem er Yates womöglich noch hätte einholen können, statt mehr als fünf Minuten nach ihm anzukommen am 31. Mai. Für Eurosport „eine in dieser Form selten gesehene taktische Fehlleistung“. Autsch.
Aber irgendwie auch toll, weil doch dieser Radsport immer berechenbarer und durchstrategierter scheint, das trägt ja schon maschinisierte Züge. Jedenfalls: Immerhin bester Nachwuchsfahrer wurde der Isaac! Und viel Freude werden wir noch haben an ihm! Also zumindest bei den Gelegenheiten, wo sein Über-Boss Tadej Pogacar nicht mitmischt…
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Von Durrës bis nach Roma: Go, Giro!
Und morgen dürfen auch die Männer die nächste Grand Tour angehen: Der 108. Giro d’Italia startet! Bis zum 1. Juni ist der Kalender voll…
