Van harte gefeliciteerdzum 32. Geburtstag! Und zu zwei Vuelta-Etappensiegen! Und zum offiziellen grünen Sprinttrikot! Und zum Gewinn vom informellen, aber heiß begehrten Premio a la combatividad! Und überhaupt: Love is in the air für den 15. September!
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Der neue Streich aus der Klassikerschmiede: Das Colnago V4aus 2026, designt vom selben Team, das auch die V4Rs-Modelle für den Profirennradsport entwickelt hat. Mit einem Monocoque-Rahmen, desse Carbon-Layup und Geometrie noch einmal aerodynamisch und fahrpraktisch verbessert wurde. Das kürzere Steuerrohr und die dafür längere Gabel machen diesen Allrounder noch intuitiver fahrbar. Ein Rad, das raus will, statt dekorativ an der Wand zu hängen. Das war als 2025er in Himmelhellblau ja schon schön – aber jetzt allein schon dieses Rot: einfach anspringend. Auffordernd. Ansteckend. Blaumachen is nich!
Gigantismus Hilfsausdruck: Die letzte Grand Tour dieses Jahres steht an, und diese Vuelta a España wurde sicher nicht von einem Sprinter entworfen – rund 58.000 Höhenmeter auf 3.275 Kilometern in 21 Tagen, und das zu Beginn in Monaco und dem französischen Südwesten mit Andorra-Abstecher, bevor es von Spaniens Osten immer weiter gen Südwesten geht, wo es all die bergigen Karggegenden zu bewältigen gilt, in denen noch dazu die Temperaturen den Bergziegen und Classement-Spezis gleichermaßen die schnellen Beine und besten Taktiktricks zu dehydrieren drohen…
Das große Klettern potenziert sich nochmal an den letzten beiden Tagen: La etapa reina in der Sierra Nevada am 12. September – und el gran final am letzten Tag hat sich den Namen redlich verdient: Rauf zur majestätischen Alhambra über die Anstiege der Altstadt Granadas, bis dann beim río Genil flussendlich Schluss ist. Wer auch immer dann immer noch dabei sein sollte, zumal ganz vorne: ¡Felicidades!
Blick von der Alhambra über Granada: El gran final am 13. September (Bild: Francisco Rodriguez, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons)
Alle Etappen mit Kurzbeschreibungen finden sich bei radsport-news.com – und Eurosport, wo es wieder Livebilder auch mit ohne Bezahlen gibt, lässt uns jeden Tag per Animation nachvollziehen:
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Da seufzen Oldschooler zu Recht, dass die erst ein paar Jahre alte Kategorie „Gravelbike“ gerade noch weiter ausdifferenziert wird: Soll es Adventure sein? Oder doch lieber mehr Race? Offroad oder Asphalt? Baumwurzelholprig oder teerglatt? Basso lässt sich von solchen Branchen-Hypes wenig nervös machen. Denn Basso hat das Palta! Und das ist in der nunmehr dritten Generation noch authentisch universeller graveliger, als es schon das Palta II war.
Der in Italien handgefertigte Carbon-Rahmen ist nochmal leichter geworden (unter 1 Kilo in Größe M) und hat nun ein integriertes Stauchfach mit Carbon-Abdeckung im Unterrohr, die Reifenfreiheit wurde auf bis zu 52 mm vorne und 50 mm hinten erweitert, und das UDH-Schaltauge macht nicht nur das Ersatzteilbeschaffen und das Umrüsten auf andere Schaltkomponenten leichter, sondern ist so konzipiert, dass es sich bei Malaisen nach hinten wegdreht. Was Diversifizier-Spezis als „von allem ein bisschen“ vorkommt, ist bei Bassos Palta III gut durchdachte Methode: Wer sich für ein Gravel-Rad entscheidet, soll nicht dazu gezwungen werden, in Extremen zu denken.
Wer sich aufs Graveln einlässt, will gerade für längere Touren mehr Gepäck-Lösungen als bei einem klassischen Rennrad und auch in unwegsamerem Gelände nicht auf Komfort und Bodenfreiheit verzichten – aber möchte eben auch auf Straßenpassagen schneller unterwegs sein, als es ein dafür konzipiertes Offroad-Hardtail erlauben würde. Mit der aerodynamischen Optimierung des Palta-III-Rahmens hat Basso zwar den Renn-Gedanken ausgebaut, aber dabei Ausflüge ins Abenteuer abseits best ausgebauter Radreisestrecken mitgedacht. Wo andere sich in eine hoch spezialisierte Nische reinkonzipieren, sagt Basso: als ob! Fahr los, probiere aus, konfiguriere individuell – tu es einfach!
Nachdem letztes Jahr schon Mario K. den Mont Ventoux erkletterte, nahm auch Webmaster Christoph gerade die Strapazen der kahlen Rampen der Provence auf sich, die heute den Profi-Femmes blühen: Die wird ja langsam zur at-internen Hausstrecke! Für Christoph ging es abends von Malaucène aus in den Sonnenuntergang, und dann in aller Frühe von Bedoin und von Sault…
…bis zur letzten Auffahrt komplett alleine – wow Hilfsausdruck – bis die beiden Mitradlerinnen kamen und ihn den Anstieg von Sault „begleiteten“. Eine immer voraus, dann etwas wartend, ihre Freundin locker gut 200 Meter wieder an ihm vorbeischiebend. Dieses Spiel lief dann in Dauerschleife die gesamten 20km bis zum Gipfel, selbst die 20% an der finalen Rampe…
…was heute bei den Profis sicher nicht so laufen wird. Das war dem glückshormongefluteten Christoph aber piepe: „Ein echtes Highlight meiner zügig verblassenden Radsportkarriere“. Letzteres ist sicher übertrieben, aber Ersteres zuuu schön! Noch ist hier gar nichts vorbei, das ist anderen vorbehalten…
Was für ein Glück, dass gerade Tour de France Femmes ist, wo Lorena Wiebes zwei Tage lang alles in Grund und Boden sprintete, um dann heute 18 Minuten nach der Überraschungssiegerin Sigrid Haugset ins Ziel zu rollen, die (schwierige Zahl:) 88 Kilometer lang solo fuhr und sogar Verfolgerin Lotte Kopecky keine Aufholchance ließ. Hjertelig til lykke zum Maillot Jaune nach Norwegen! Was für suspensereiche Aussichten auf die letzten 6 Etappen, denn die ganze Range an all den großen Favoritinnen hat nun rund 2 Minuten Rückstand, liegt aber ganz nah beieinander.
Nächste Premiere bei der Tour de France Femmes, die heute endlich beginnt: auf der 7. Etappe am 7. August geht es erstmals hinauf auf den kahlen Riesen der Provence.
Erstmal aber ein flacherer Einstieg in die Große Schleife 2026 nach dem Grand Départ heute in Lausanne. Die ARD (mit Handy-Kalender zur Tour!) steigt gegen 15.55 Uhr mit der Live-Übertragung ein und wird zumindest auch die „wichtigsten Etappen“ in Echtzeit senden. Bei Eurosport gibt’s alle Livebilder. Geht doch!
Während unklar ist, wo da womöglich noch Brände lodern auf einzelnen Etappen, freuen sich Fahrerinnen und Expert*innen auf die beste Frauen-Tour ever. Die Liste der Favoritinnen ist länger als je zuvor, die mediale Aufmerksamkeit so groß wie selten. Und die Freude erstmal auf 9 Tagevon Lausanne nach Nizza, mit nahezu 19.000 Höhenmetern inclusive.
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In gleich vier Varianten präsentiert Kona das Gravel-Bike „Ouroboros“ – aber am allerschönsten ist es, gemeinsam alle Komponenten so zusammenzustellen, dass genau das Fahrrad das Licht der weiten Welt erblickt, womit jedes Abenteuer so eines wird, das keine bösen Überraschungen, sondern so viel komfortreiche Entdeckungen wie möglich erlaubt.
Das Ouroboros nennt Kona selbst einen „Verwandlungskünstler“ – wildnis-ready und robust dank jahrzehntelanger MTB-Erfahrung, schnell und dennoch wendig rennlenkernd selbst auf Singletrails. Nicht zuletzt durch den für ein Gravelrad flacheren Lenkwinkel von 69,5°, wodurch das Gewicht aufs Vorderrad so dosiert ist, dass all die Agilität kommod bleibt. Und in unserer individuellen Konfiguration sorgt nicht zuletzt der Deda-Auflieger dafür, auch viele Tage lang selbstauf gegenwindigen Straßen zu rennen, ohne zu schnell zu ermüden. Selbst mit ausreichend Gepäck – denn das Ouroboros hat 1001 Möglichkeiten, modern Bike Packingam Rahmen selbst (mit fünf Befestigungspunkten) mit dem leichtgewichtigen Gepäckträger Tubus Fly aufs Klassischste zu erweitern. Bis in die entlegensten Weltwinkel hinein.
So schön es ist, in Gelb zu fahren – so schlimm eben auch, wenn bei der Abfahrt (die Monsieur Pogacar mit streckenweise 107 km/h anging) das Hinterrad vom Kollegen Anders Johannessen im Weg ist und alle Hoffnungen und Nichtschmerzen auf dem pyrenäenfranzösischen Asphalt enden: mehrere Rippenbrüche, Gehirn erschüttert, Tour de France adieu. Beste Besserung, Træen! God bedring, Torstein! Das sturzgeplagte Team ist am reinen Mitleiden!
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Titan Pogacar lässt derweil alle stehen und kannibalt sich erstmals eindrucksvoll an die Spitze des Feldesvia Col d’Aspin und Tourmalet-Strapazen – ein lächelnder Überflieger als Gegenentwurf zum schwer kämpfenden Vingegaard, dem demütigen Youngster Paul Seixas und dem doppelkapitänrollengeplagten Meckerbüdel Evenepoel. Befürchtung 22 Minuten Vorsprung in Paris ma sagen. Pffff…
Man stelle sich vor, die Rennradprofis von heute würden sich am Samstag im Overtourism-Hotspot Barcelona unters Festivitäten-Volk beim Grand Départ der Tour de France mischen und den Klängen der katalanischen Gaitas lauschen und dabei so rilassante und gentile drein- und ausschauen wie noch Fausto Coppi und Gino Bartali es taten beim Tour-Start am 27. Juni 1952in Brest. Undenkbar, ganz einfach.
Fausto und Gino in der Bretagne: Grand Départ mit Musike drin anno 1952 (Foto: public domain via Wikimedia Commons; Quelle: Miroir Sprint du 27/06/1952)
Aber selbst im zufallsminimierten 2026, in ihrer so übermenschlich technisierten, keimfreien, ernährungs- und trainingsplanerisch perfektionierten und aufs Höchste überraschungsärmeren Version ist und bleibt die Tour de France nun mal …äh… die Tour de France. Punktum! Vom 4. bis 26. Juli geht es also diesmal für die Männer in 21 Etappenüber insgesamt 3.333 Kilometer und 54.450 Höhenmeter von Barcelona bis nach Paris. Mann inne Tünn! Obwohl: Im Jahre 1952 bei Coppis Gesamtsieg und Bartalis 4. Platz waren es 4.898 Kilometer in 23 Etappen – und die allerletzte am 19. Juli führte von Vichy nach Paris. Über 354 Kilometer. Unfassbar, ganz einfach.
Und dennoch: Ärgern wir uns nicht über all die Stunden, die wir in den drei Wochen ab Samstag vor dem Fernseher statt im Freibad verbringen werden, gefangen zwischen Faszination und Widerwillen angesichts einer Show, von der wir zu Recht argwöhnen, sie werfe leistungsmedizinsportlich hergerichtete Menschen dem Spektakel zum Fressen vor. Mit einer Streckenführung, die zwar nicht mehr viel mit den überlangen Etappen von 1952 zu tun hat, aber dennoch strotzt vor Zumutungen: Ganz zum Schluss nochmal der doppelte Alpe d’Huez samt Galibier?! Da hätte selbst Alpe-d’Huez-Tour-Etappen-1952er-Premiere-Obsieger Coppi sanft das weise Haupt zu einem tadelnden Schütteln geneigt. Na gut, und dann wäre er vermutlich trotzdem los- und raufgefahren, mit wessen Hilfe auch immer.