Eine knappe Woche, nachdem die Tour de France Hommes am 25. Juli 2027 in Paris zu Ende gegangen sein wird, startet die Frauen-Tour am 30. Juli in Leeds – und wird am 7. August majestätisch beendet: in der vulkanischen Auvergne. Auf dem Puy de Dôme. Dingdong!!
Nachdem letztes Jahr schon Mario K. den Mont Ventoux erkletterte, nahm auch Webmaster Christoph gerade die Strapazen der kahlen Rampen der Provence auf sich, die heute den Profi-Femmes blühen: Die wird ja langsam zur at-internen Hausstrecke! Für Christoph ging es abends von Malaucène aus in den Sonnenuntergang, und dann in aller Frühe von Bedoin und von Sault…
…bis zur letzten Auffahrt komplett alleine – wow Hilfsausdruck – bis die beiden Mitradlerinnen kamen und ihn den Anstieg von Sault „begleiteten“. Eine immer voraus, dann etwas wartend, ihre Freundin locker gut 200 Meter wieder an ihm vorbeischiebend. Dieses Spiel lief dann in Dauerschleife die gesamten 20km bis zum Gipfel, selbst die 20% an der finalen Rampe…
…was heute bei den Profis sicher nicht so laufen wird. Das war dem glückshormongefluteten Christoph aber piepe: „Ein echtes Highlight meiner zügig verblassenden Radsportkarriere“. Letzteres ist sicher übertrieben, aber Ersteres zuuu schön! Noch ist hier gar nichts vorbei, das ist anderen vorbehalten…
Nächste Premiere bei der Tour de France Femmes, die heute endlich beginnt: auf der 7. Etappe am 7. August geht es erstmals hinauf auf den kahlen Riesen der Provence.
Erstmal aber ein flacherer Einstieg in die Große Schleife 2026 nach dem Grand Départ heute in Lausanne. Die ARD (mit Handy-Kalender zur Tour!) steigt gegen 15.55 Uhr mit der Live-Übertragung ein und wird zumindest auch die „wichtigsten Etappen“ in Echtzeit senden. Bei Eurosport gibt’s alle Livebilder. Geht doch!
Während unklar ist, wo da womöglich noch Brände lodern auf einzelnen Etappen, freuen sich Fahrerinnen und Expert*innen auf die beste Frauen-Tour ever. Die Liste der Favoritinnen ist länger als je zuvor, die mediale Aufmerksamkeit so groß wie selten. Und die Freude erstmal auf 9 Tagevon Lausanne nach Nizza, mit nahezu 19.000 Höhenmetern inclusive.
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So schön es ist, in Gelb zu fahren – so schlimm eben auch, wenn bei der Abfahrt (die Monsieur Pogacar mit streckenweise 107 km/h anging) das Hinterrad vom Kollegen Anders Johannessen im Weg ist und alle Hoffnungen und Nichtschmerzen auf dem pyrenäenfranzösischen Asphalt enden: mehrere Rippenbrüche, Gehirn erschüttert, Tour de France adieu. Beste Besserung, Træen! God bedring, Torstein! Das sturzgeplagte Team ist am reinen Mitleiden!
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Titan Pogacar lässt derweil alle stehen und kannibalt sich erstmals eindrucksvoll an die Spitze des Feldesvia Col d’Aspin und Tourmalet-Strapazen – ein lächelnder Überflieger als Gegenentwurf zum schwer kämpfenden Vingegaard, dem demütigen Youngster Paul Seixas und dem doppelkapitänrollengeplagten Meckerbüdel Evenepoel. Befürchtung 22 Minuten Vorsprung in Paris ma sagen. Pffff…
Man stelle sich vor, die Rennradprofis von heute würden sich am Samstag im Overtourism-Hotspot Barcelona unters Festivitäten-Volk beim Grand Départ der Tour de France mischen und den Klängen der katalanischen Gaitas lauschen und dabei so rilassante und gentile drein- und ausschauen wie noch Fausto Coppi und Gino Bartali es taten beim Tour-Start am 27. Juni 1952in Brest. Undenkbar, ganz einfach.
Fausto und Gino in der Bretagne: Grand Départ mit Musike drin anno 1952 (Foto: public domain via Wikimedia Commons; Quelle: Miroir Sprint du 27/06/1952)
Aber selbst im zufallsminimierten 2026, in ihrer so übermenschlich technisierten, keimfreien, ernährungs- und trainingsplanerisch perfektionierten und aufs Höchste überraschungsärmeren Version ist und bleibt die Tour de France nun mal …äh… die Tour de France. Punktum! Vom 4. bis 26. Juli geht es also diesmal für die Männer in 21 Etappenüber insgesamt 3.333 Kilometer und 54.450 Höhenmeter von Barcelona bis nach Paris. Mann inne Tünn! Obwohl: Im Jahre 1952 bei Coppis Gesamtsieg und Bartalis 4. Platz waren es 4.898 Kilometer in 23 Etappen – und die allerletzte am 19. Juli führte von Vichy nach Paris. Über 354 Kilometer. Unfassbar, ganz einfach.
Und dennoch: Ärgern wir uns nicht über all die Stunden, die wir in den drei Wochen ab Samstag vor dem Fernseher statt im Freibad verbringen werden, gefangen zwischen Faszination und Widerwillen angesichts einer Show, von der wir zu Recht argwöhnen, sie werfe leistungsmedizinsportlich hergerichtete Menschen dem Spektakel zum Fressen vor. Mit einer Streckenführung, die zwar nicht mehr viel mit den überlangen Etappen von 1952 zu tun hat, aber dennoch strotzt vor Zumutungen: Ganz zum Schluss nochmal der doppelte Alpe d’Huez samt Galibier?! Da hätte selbst Alpe-d’Huez-Tour-Etappen-1952er-Premiere-Obsieger Coppi sanft das weise Haupt zu einem tadelnden Schütteln geneigt. Na gut, und dann wäre er vermutlich trotzdem los- und raufgefahren, mit wessen Hilfe auch immer.
Im April noch sagte der lebenslang verletzungsgeplagte Wout van Aert mit seinen inzwischen 31 Lenzen über Karriereende ja/nein: „I mainly hope that later on I can experience the same as now. (…) Doing what I love and not feeling like I’m working, but hopefully being home more often.“ Und nun fehlt er in der Form seines Lebens beim Rennen des Jahres und muss ab dem 4. Juli drei laaaange Tour-Wochen zu Hause bzw. in der Reha verbringen und dabei zugucken, dass sein entzündeter Trainingsunfallellenbogen heilt und wie das Peloton ab dem 4. Juli die Große Schleife fährt. Ohne ihn. Da wird sein Team aber dicke Backen machen! Wout van Aert ist nämlich richtig toll. Und das fanden seine Kollegen auch schon 2023, als die Tour für ihn vor Etappe 18 vorbei war, weil er nach Hause reiste, um bei der Geburt von Jerome dabei zu sein. Und Besuch bekam von Floh Vingegaard – den das ganz schön sympatischer machte und der nun ganz ohne Silberrücken Wout versuchen muss, Tadej in die Suppe zu spucken. Das wird mitnichten babyeierleicht. Und ist zum Schreien gemein! Van harte beterschap,Sweet-Aert!
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36 Jahrenach Seriensiegerin Jeannie Longo kann zum ersten Mal wieder eine Französin die Tour gewinnen – heute gilt’s für die erst im letzten Jahr speziell für dieses Rennen vom Mountainbiken zurückgewechselte Pauline Ferrand-Prévot im maillot jaune nach ihrem Höllenritt auf der gestrigen Königinetappe…
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Was für ein desastre für die Favoritinnen. Aber wer weiß, was neben Verfolgerin Gigante die vorab belorbeerten Vollering und Niewiadoma heute vor- und draufhaben? Hier bei der Sportschau live mitstreamen ab 15.15 Uhr!!!
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Bei der ARD täglich im Livestream ab Samstagmittag – und im Feature mit Rick „Schnubbihipster“ Zabel und Clara Koppenburg, die für Cofidisauf Look dabei ist:
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Wie kann man Julian Alaphilippe nicht mögen? Also sowieso, aber mit dieser kleinen Serie an Siegesgefühlspannen nun doch umso mehr. Go, Loulou!! Heute wartet der Mont Ventoux!!
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Wir erinnern uns an 2020, als Alaphilippe bei Lüttich-Bastogne-Lüttich viel zu früh die Arme hochreißend den sicheren Sieg an Primož Roglic erst auf der Ziellinie verlor…. Apropos verlor: Das halbe Pappschild bekam die Zuschauerin längst wieder, und bald heiratet sie Wout van Aert – aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.
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Bei allem Mitgefieber: Na claro ist das strahlende Bild der Grands Tours nicht ganz vollständig ohne die leisen oder lauteren Zweifel an dem, was da so vollbracht wird. Und ohne das Schweigen, das im Peloton und drum rum weiter herrscht. Zu sehen hier:
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Eddy kann lachen – sapperlot! Muss an Motta, Gimondi und Adorni liegen und geschah bei der WM 1968 (Foto: Olympia (notizie sec. XX seconda metà), Public domain, via Wikimedia Commons)
Pünktlich für nach dem 80. Geburtstag: „Eddy Merckx, die Radsport-Legende“ – verfügbar bis Anfang Oktober.