Scheibenrad
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at Fahrräder Lübeck
Dein Fahrradladen in deiner Stadt

An meiner Supermarktkasse kann man als ADAC-Mitglied das aktuelle Magazin kostenlos mitnehmen. Als Fan des Fahrrades und Mitglied des ADACs kam ich also nicht am aktuellen Heft vorbei. Ist ja auch ein bemerkenswerter Aufhänger für den großen Autolobbyisten.

Und es ist auch richtig: Autos und Fahrräder könnten problemlos koexistieren, wenn alle Rücksicht nehmen würden. Nur die Sicht des ADAC scheint mir dann doch etwas eingetrübt.
Zwar wird zugestanden, dass die Infrastruktur Jahrzehnte zulasten von Radfahrern und Fußgängern erbaut wurde, das Problem des knirschenden Miteinanders scheinen aber, laut ADAC, die Radfahrer zu sein. „Viele Radfahrer kennen bestimmte Verkehrsregeln nicht, oder ignorieren sie.“ Daher braucht es, laut Verkehrsexperte des ADAC, mehr Kontrollen.
Dazu mal ein Schwank aus dem Leben eines Radfahrers (zugleich Autobesitzer): Meiner Erfahrung nach gibt es genauso viele „gute“ wie „schlechte“ Verkehrsteilnehmer unter Radfahrern wie unter Autofahrern. Die Kenntnis der Verkehrsregeln ist auch auf beiden Seiten erschreckend lückenhaft. Ein Unterschied in der Einhaltung liegt darin, dass man ein Auto nicht so agil hantieren kann, und dass die zu erwartende Strafe für Autofahrer empfindlicher ist. Das zwingt gewissermaßen zur Vernunft. Das ist auch okay, denn das Auto ist potentiell tödlicher. Das ist reine Physik.
Wenn ich mich auf eine grössere Radtour begebe drücke ich meine Familie oftmals besonders bewusst. Ich weiss, dass ich einem höheren Risiko ausgesetzt bin, einen Unfalltod zu erleiden. Sollte es passieren, dann wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Auto mein Ende sein – und ich mich an alle Verkehrsregeln gehalten haben. Ich frage mich, wie viele Autofahrer vergleichbare Sorgen haben, wenn sie ihr Fahrzeug besteigen.
Zur Auffrischung hier die Situationen/Regelungen, die einem Großteil der Autofahrer Probleme bereiten oder die wissentlich ignoriert werden:
Gewiss kann man für Radfahrer – es gibt enorme Deppen – eine ähnliche Liste aufmachen. Nur: die wenigsten Radler lehnen sich aus dem Fenster und behaupten, nur die anderen würden es mit den Verkehrsregeln nicht so genau nehmen. Zudem sind Radfahrer in ihrem Fehlverhalten zwar für andere Radfahrer und Fußgänger eine reale Gefahr, kaum aber für Autofahrer.
Wenn die Pandemie überhaupt irgendetwas Gutes (zumindest aktuell sichtbar) hervorgebracht hat, dann ist es die Beschleunigung der Verkehrswende.
Ich persönlich kannte den Begriff „Pop-up-Radweg“ gar nicht bis ich eines Morgens auf einem super breiten, von der Fahrbahn abgetrennten Radweg rollen durfte. Seitdem entdecke ich überall in Berlin neue Radwege und frage mich, ob euch sowas in Lübeck auch vergönnt ist.
Radwege sind ja nicht per se sicherer als das Benutzen der Straße, aber da sich viele Radfahrer dort sicherer fühlen sind sie ein wichtiger Baustein um die Leute aus ihrem Auto, und dem Stau, aufs Rad zu holen.
Wen das Thema mehr interessiert: Hier ein kleiner Vortrag…











„Heute hatte ich wieder eine Diddlmaus“ Dieser Satz steht bei uns für folgende Situation: Mehrere Radfahrer warten an einer Ampel hintereinander. Wie das Leben so spielt ist es ein bunter, zufälliger Haufen was die Vorstellungen und die Fähigkeiten in Bezug auf die angestrebte Reisegeschwindigkeit angeht. Kein Problem. Nach drei Pedalumdrehungen hat sich das Feld sowieso geordnet.
Auftritt die „Diddlmaus“ – mit Kunstblumen verziertem Korb und, ja, Diddl Maus am Rucksack rollt sie an allen vorbei in die erste Reihe und zieht dann leicht rechts rein. Die Ampel wird grün, die Diddlmaus setzt sich in Bewegung und knechtet den eingerosteten 7. Gang des alten Hollandrades langsam auf Temperatur. Doch bis dahin sind alle anderen Radfahrer längst rechts und links vorbei.
Dieses Spiel wiederholt sich teilweise über mehrere Ampelphasen. Teils mit immer der selben Maus, oder im Wechsel mit Stellvertretermäusen. Gerne auch ohne Diddl Maus am Rucksack.
Zwei Fragen wirft das auf:
Als ich noch im Stadtverkehr hauptsächlich als Rennradfahrer unterwegs war hab ich es ein paar mal mit humorvoller Kontaktaufnahme versucht à la „Ist es okay, wenn ich mich etwas in deinem Windschatten ausruhe?“ – meist ohne Reaktion, nie mit einer humorvollen Antwort.
Jetzt bin ich selber, dank Auszug aus dem Homeoffice, radfahrender Berufspendler, und Diddlmäuse gehören zur Morgenroutine. Ich hab also nochmal einen Kontaktversuch gestartet. Weil es mich einfach ehrlich interessiert, und weil sich durch das Berühren unserer Lenker sowieso schon eine Verbindung ergeben hatte. Seitdem quälen mich dringlichere Fragen: „Bin ich wirklich ein ‚Nazi‘?“ oder „Hätte ich tatsächlich einen guten Blockwart abgegeben…?“ Ich hoffe nicht! Gleichzeitig: wer kann da schon für sich die Hand ins Feuer legen!? Aber die Diddelmaus frage ich das sicher nicht…
Freihändig fahren ist ja mit gewisen Risiken verbunden und je nach Situation auch einfach nicht möglich (Untergrund, Rennen, Wind). Was also, wenn man trotzdem UNBEDINGT die Banane öffnen möchte/muss, die schon seit 100km hinten im Trikot angewärmt wurde? Anhalten ist keine Option! Richtig: man quetscht an der Unterseite der Banane das Ende mit Daumen und Zeigefinger zusammen. Danach kann man mit den Zähnen die Schale runter ziehen. Klingt komisch, ist aber so!

Anfang März haben sich mal wieder einige Langstreckenradler aufgemacht um die TRANSCIMBRICA zu fahren.
Von 69 Teilnehmern kamen 32 in Ziel. Diesmal Björn vor Gerald. Glückwunsch an alle!
Auf der Webseite gibt es ein paar nette Berichte dazu. Ideal zum Konsum auf der Couch geeignet. Isolation gilt ja nicht für Gedanken. Die sind bekanntlich idealerweise frei.
