Archiv für die Kategorie „Rennrad“

Knackpunkt

Von edler „Campagnolo“-Herkunft und gar nicht alt – aber wer 413 Mal nach Dithmarschen und zurück mit dem Rennrad fährt, muss beim 414. Mal wohl damit rechnen, dass sich das Innenlager mit knacksendem Knirschen in die Rente verabschiedet. Und so sieht die Innenlagerschale dann eben auch aus…

defekte Lagerschale Rennrad in der Fahrradwerkstatt von at Fahrräder, dem Fahrradladen in Lübeck

Hoch, höher, Vuelta

Nachdem der Auftakt der Vuelta 2023 in Barcelona beim Teamzeitfahren nicht nur verregnet war, sondern die letzten Fahrer auch im Stockdunklen durch die nassen Straßen jagte und sie im Ziel zu Recht wie Rohrspatzen schimpfen machte, scheint zumindest heute die Sonne. Nicht nur auf Andrea Piccolo, der trotzdem 1,82 Meter misst und sich in Rot mit den anderen auf nach Andorra macht.

Die Vuelta d'España 2023 - quer durch Spanien mit at Fahrräder Lübeck (Quelle: https://www.lavuelta.es/en/overall-route)
Alle Etappen der Vuelta 2023 (Quelle: https://www.lavuelta.es/en/overall-route)

Zum 78. Mal Spanien-Rundfahrt, und auch diese Ausgabe wird was für Kletterer. Heute die erste von insgesamt sieben Bergankünften, auch der Tourmalet steht auf dem Programm (als 13. Etappe). Das wird eine harte letzte Grand Tour 2023, bis am 17. September in Madrid alles vorbei ist…

Vive le vélo! Vive le tourment!

Am 20. August ist es soweit: Vier Jahre sind um, es ist Zeit für die 20. Austragung von Paris-Brest-Paris – und unser Webmaster „Lord Helmchen“ ist wieder dabei! 1230 Kilometer am Stück, unter 90 Stunden zu fahren, mit fast 7000 anderen. Der schiere Wahnsinn!!! Alle, alle, alle Daumen sind gedrückt!!!

Paris-Brest-Paris 2023 - und unser Webmaster ist wieder dabei!!! At Fahrräder Lübeck drückt alle Daumen!!! Bild: https://www.paris-brest-paris.org
Schöner Quälen mit Tradition… (Bildquelle: https://www.paris-brest-paris.org)

2019 klangen die persönlichen Erfahrungen so:
„Überall werden die Radfahrer wie auf Händen getragen. Autofahrer hupen und winken schon von weitem, in allen Dörfern stehen Alt und Jung am Straßenrand, winken, klatschen ab, verteilen auf eigene Rechnung Wasser, Cola, Kuchen und Obst und bleiben oft genauso lange durchgehend wach wie die Radfahrer. Mit zwei kleinen Mädchen, die mich zur rechten Zeit mit Wasser gerettet haben (es waren 36 Grad), habe ich ein Foto gemacht und die Hand geschüttelt. Sofort kamen fünf Kinder dazu, und jedes hat mir die Hand geben wollen und mich unter den klassischen Rufen „Bon Chance! Bon Courage! Allez!“ verabschiedet.“
Schluchz! Möge es auch dieses Mal gut ausgehen – und möge sich das Wetter etwas gnädiger erweisen als gerade… Du bist so mutig!!!! Und so crazy!!! Wir glauben an dich!!!!

Die Strecke von Paris-Brest-Paris 2023 - und unser Webmaster ist wieder dabei!!! At Fahrräder Lübeck drückt alle Daumen!!! Bild: https://www.paris-brest-paris.org
Und da geht’s heuer lang (Bildquelle: https://www.paris-brest-paris.org)

Tourmalet-Tour

Wer immer noch nicht die Frauen-Tour live verfolgt hat: Am vorletzten Tag mindestens sollte es soweit sein, wenn die Königinetappe ansteht! Von Lannemezan zum Col du Tourmalet geht es am Samstag auf der Ostanfahrt von Sainte-Marie-de-Campan über La Mongie auf den knapp 90 Kilometern über satte 17,1 Kilometer bergauf, die durchschnittliche Steigung beträgt 7,5 Prozent. Aua! Für die spektakulären Aussichten hat da zumindest keine Fahrerin Zeit, aber vom Sofa aus lohnt der Blick über all die Pics und Cols samt der sprichwörtlichen Flanken des Tourmalet. Zum ersten Mal ein Pass von über 2000 Metern Seehöhe!

Der Blick auf die Tourmalet-Ostanfahrt bei der Tour de France Femmes 2023 mit at Fahrräder, Deinem Fahrradladen in Lübeck - Foto: Celeda, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Majestätisch, dieser Blick auf die Tourmalet-Ostanfahrt bei der Tour de France Femmes 2023! (Foto: Celeda, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Der erste Fahrradrennen-Mensch auf dem Col du Tourmalet war anno 1910 übrigens der Franzose Octave Lapize – allerdings zu Fuß. Immerhin gewann er die Große Schleife dann auch, aber noch während der Etappe schimpfte er über die Organisatoren als assasins, also „Mörder“.

Octave Lapize, der als erster Tour-de-France-Fahrer ever den Tourmalet bezwang: zu Fuß, anno 1910 - Quelle: http://sports.loucrup65.fr/pgie1163.htm, Public domain, via Wikimedia Commons
Octave Lapize auf dem Tourmalet, per pedes – Quelle: http://sports.loucrup65.fr/pgie1163.htm, Public domain, via Wikimedia Commons

Das wird am Samstag ungleich schneller vor sich gehen – und wohl die Vorentscheidung bringen. Schließlich folgt die Schlussetappe am Tag darauf, mit einem Zeitfahren in Pau.

Bis später, Peter!

Morgen geht er also nach Etappenende in Rente, der Peter Sagan – Zeit für einen letzten Blick auf die Skills, die ihn über das Sprinten und sich Quälen, all die gewonnenen Kämpfe um das Grüne Trikot, die gepflegte Frisur und den stets legeren Style auf und neben dem Rennrad hinaus ausgezeichnet haben: die selbstironischen Fähigkeiten. Den John Travolta machen: kein Problem. Lippenbewegen mit mehr Mühe als Verstand: klar. (Damalige) Ehefrau Katarina alias Olivia Newton-John fremdschämhaft erotisiert antanzen: nun denn. Schließlich muss es über den Radsport hinaus was zu lachen geben. Erhol dich, du Tourminator von gestern – ab übermorgen Tanz-Beine hoch!

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Bei der Tour ist nach der Tour ist vor der Tour

Nun also gehen zum 110. Mal die Qualen des Tour-Pelotons auf die letzten Meter – und auch wenn es zwischendurch mal ein paar Kilometer zum Mitrollen gab: Drei Wochen und 3405,6 Kilometer sind einfach unfassbar lang… Warum machen die Leute das eigentlich??? Etwas kritischer befasst sich eine Serie des Saarländischen Rundfunks damit, zu sehen in der ARD-Mediathek: „Mythos Tour“, mit den sprechenden Titeln „Tod“, „Überleben“ und „Leben“. Lohnt sich!

Facebook

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Facebook.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Allein schon…

…weil die Eurosport-Kommentatoren der Weisheit heute moralin-sauer reagierten und was daran auszusetzen hatten: Benoît Cosnefroy, du seist hiermit noch einmal gefeiert! Immerhin warst du zu Beginn dieser Tour schon einmal angriffslustigster Fahrer in offiziell – und wenn man am 15. Juli eines Jahres in der Gegend des Kumpels Aurélien Paret-Peintre kurz vorm schweren Anstieg zum Col de Joux Plane vom euphorisierten Fanclub empfangen wird: Ja bitte, selbstverständlich wird dann nicht nur gönnerhaft nach links und rechts genickt! Runter vom Rad und Shallalallala!! Benoît Cosnefroy fährt bei der Tour de France mit! Hallihallo! Als ob das nicht Grund genug für ein paar verwaschene Sprechchöre, zwei bis drei Bengalos und eine Pause mit Fahrradhochhalten ist. Hier also in Bild und Ton: All die Entbehrungen ein paar Sekunden lang belohnt und mal kurz zu Recht in die Weltöffentlichkeit so-zi-alen Me-di-en katapultiert. Einfach gut.

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

…oder du willst was trinken und übersiehst eine Straßenrille, und dann ist die neben dir zack mit im Eimer…

Boah eyyyy, da hält die gerade mal 20-jährige Antonia Niedermaier am Dienstag die doppelt so alte, aber eben auch millionenfach abgezockte Renn-Maschine Annemiek van Vleuten auf Abstand und rast solo zum Tages-Sieg beim Giro – und am nächsten Tag fährt sie als sensationelle Classement-Zweitplatzierte und im weißen Trikot einfach am Rande des Feldes und wird 33 km vor dem Etappenziel von links gerammt, weil Urska Zigart halt Durst hat und beim Trinkflasche-Rauspulen ein Opfer der schlechteren Straße wird und quer von links in Niedermaier reinkracht, die mit dem Gesicht zuerst landet. Aua und Schiete oh nee. Und Giro erst wieder im nächsten Jahr

Antonia Niedermaier im September 2022, noch mit allen Zähnen und bester Dinge - bei at Fahrräder Lübeck zum Giro Donne 2023 - Bild-Infos: Kakoula10, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons
Antonia Niedermaier im September und ganz unverletzt (Bild: Kakoula10, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Niedermaiers Rennstall schrieb: „Im Krankenhaus von Cuneo konnten keine Frakturen festgestellt werden. Sie hat etwas Schaden an ihren Zähnen, die aber schon repariert wurden, und wird am Donnerstag nach Hause nach Deutschland zurückkehren“. Das sah nach viel mehr aus. Wer so was mag: Hier bei Eurosport das Ganze in Bewegtbildern und mit Blut und so… Puuuh. Gute Besserung!!!

„Da gehört ein paar Leuten der Arsch versohlt, dass sie das seit Jahren abgenickt haben“

….sagte Jens Voigt gerade angesichts der bevorstehenden Großen Schleife des Frankreichs über die vielen Stürze der Vergangenheit, die nicht immer nur mit Berufsrisiko, individuellen Fahrfehlern oder Zufall zu tun hatten, sondern eben auch oft mit einer zu riskanten Streckenführung. „Da könnte man sicherlich die Regeln konsequenter umsetzen“, ergänzte der Ex-Fahrer, der ja selbst für eine Tendenz zur Rasierklingen-Fahrweise bekannt war. Dass die Streckenführung mehr der Spannung als der Sicherheit diene, sei ja klar – aber bisher hätten die Fahrer selbst ihre Macht zu wenig ausgespielt, findet Voigt: „Wenn sie es ein einziges Mal schaffen würden zu sagen: Bis hierher und nicht weiter!

Strecke der Tour de France 2023: 1.-23. Juli 2023, mit at Fahrräder Lübeck (Quelle: https://storage-aso.lequipe.fr/ASO/cycling_tdf/tdf2023-parcours.pdf)
Tour-Kurs 2023 (© A.S.O., Quelle: https://storage-aso.lequipe.fr/ASO/cycling_tdf/tdf2023-parcours.pdf)


Auch bei dieser Tour wird es schon am zweiten Tag eine Abfahrt nur sieben Kilometer vor dem Ziel geben, und in den Alpen sind gleich zwei Etappenankünfte direkt nach Abfahrten vorgesehen. Ein ähnliches Streckendesign also wie bei der folgenschweren Etappe der Tour de Suisse am 15. Juni 2023, bei der der 26-jährige Radprofi Gino Mäder auf der Abfahrt vom Albulapass in eine Schlucht stürzte und am folgenden Tag an seinen schweren Verletzungen starb.
Hoffen wir also, dass es ab Samstag und bis zum 23. Juli 2023 (dem Starttag der Tour de France Femmes) glimpflich abläuft! Dass mit Roglic, Evenepoel, Thomas und etlichen anderen so viele (Mit-)Favoriten fehlen werden, kann das Ganze aus sportlicher Sicht ohnehin nur spannender machen, da bräuchte es nun wirklich nicht auch noch eine möglichst infernalische Etappengestaltung. Jens Voigt selbst bleibt auch nur Daumendrücken: „Die Situation ist zu verfahren, um dramatische Änderungen machen zu können, ich sehe keine leichte Lösung, die für alle Beteiligten bequem ist.“ Bonne chance also, dass alles gut ausgeht.

Bilbao-Collage - Grand Départ am 1. Juli 2023 zur Tour de France mit at Fahrräder Lübeck (Quelle: Tommie Hansen, Ardfern, Tomas Fano, 0Igor González Martín, Jesús Ignacio Bravo Soler, Pedro J Pacheco, Irekia/Gobierno Vasco, Euskaldunaa, Basotxerri, Eric Fischer, Tiia Monto, pictures Jettcom y Zarateman, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons)
Was es nicht alles gibt in Bilbao und um Bilbao herum (Bild: Tommie Hansen, Ardfern, Tomas Fano, 0Igor González Martín, Jesús Ignacio Bravo Soler, Pedro J Pacheco, Irekia/Gobierno Vasco, Euskaldunaa, Basotxerri, Eric Fischer, Tiia Monto, pictures Jettcom y Zarateman, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Grand Départ diesmal nicht in Kopenhagen, sondern im baskischen Grünen: Bilbao–Bilbao am 1. Juli, danach viele Kletterkilometer durchs Hinterland.


Und so war das nämlich alles im letzten Jahr:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Von der Vuelta zum Giro

Am 30. Juni ist es soweit: Der Giro d’Italia Donne 2023 startet! Als Vorgeschmack hier knapp fünf Minuten La Vuelta Feminina, bei der die Haudeginnen zeigten, was die Rookies noch lernen müssen, um große Rundfahrten für sich zu entscheiden. In Italia gibt’s die nächste Gelegenheit. Vorfreude!

Twitter

Mit dem Laden des Tweets akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Twitter.
Mehr erfahren

Inhalt laden

Anschrift

at Fahrräder
Beckergrube 63
23552 Lübeck

Tel. : 04 51 – 798 22 68

Öffnungszeiten

Beratung, Reparatur, Verkauf:

Mo. + Mi. – Fr. 10.00 – 14.00 und 14.30 – 19.00 Uhr

Di. 10.00 – 14.00 Uhr (nachmittags geschlossen)

Samstag 10.00 – 14.00 Uhr

Archiv