Artikel-Schlagworte: „fahrrad lübeck“

Geradeaus? Obergähn!

Auch in böse noch sanft, nur mit ohne Grip halt (Bild: N. Kossel)

Für Stefan Bogner zählt nur „soulful driving“ – und das geht in Kurven nun mal am besten, ob hinterm Lenkrad oder aufm Sattel. Der Blattmacher lebt mit seinem Magazin „Curves“ seit Jahren in der Nische und zeigte dem Spiegel gerade seine Lieblingskehren. Träum! Toll!

Nicht die Alpen, aber seufz… (Bild: N. Kossel)

How was it? „Oh f***!“

In Schlangenlinien bezwang Ausreißer Jan Tratnik gestern zwar nicht den wie von allen Sinnen entfesselt kletternden Etappensieger Lorenzo Fortunato, aber die letzten 3.000 Meter am Monte Zoncolan – the longest 3 k in his life ma sagen… Und weil das kurze Interview direkt danach trotz Schnee drum rum so herzerwärmend war: hier die schimpfwortfreien Passagen (ab Sekunde 10). Ob der in echt so furchtbar nett und schelmisch ist? Das wäre einfach toll. Und überhaupt: Lang leben die Zweiten!

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Hoch hinaus oder steil bergab

Heute gilt es wohl beim Giro: Wer sich Hoffnungen auf das Gesamtklassement erhalten möchte, sollte die insgesamt 205 Kilometer auf der 14. Etappe von Cittadella (48 Meter über dem Meeresspiegel) auf den 1.730-Meter-Gipfel des Monte Zoncolan nicht nur irgendwie durchstehen (im Gegensatz zu Rempel-Rowdy Groenewegen, der als Sprinter pünktlich gestern abend seine Giro-Abreise bekanntgab), sondern vor allem auf dem letzten Teilstück so schnell und verbissen wie vermutlich mindestens Egan Bernal da rauf.
Zwar geht es bis zum Final-Anstieg größtenteils flach gen Nordosten, aber so viel Vorsprung kann wohl kein Ausreißer der Welt rausholen, dass es reichen könnte: Die letzten langen 14,1 Kilometer weisen eine Durchschnittssteigung von 8,1% auf. Ähem. Und auf den letzten 3.000 Metern werden einige Passagen mit mehr als 20% serviert – im Durchschnitt sind es da nahezu 15%. Das wird schon vom Sofa aus mordsmäßig anstrengend genug…

In der Giro-Historie unter „leichterer Anstieg von Osten her“ abgelegt und dennoch mit Quäl-dich-du-Sau-Potenzial: die letzten 14,1 Kilometer rauf auf den Monte Zoncolan (Grafik von Vomer bei Wikimedia Commons -> License)

Fifty-Fifty, Teil 2

Sie wackelte, die 50 – und sie fiel. Deshalb gilt seit Dienstag, dem 11. Mai, wieder: Einzelhandelslockerungen zurück marsch, marsch. Heißt:

Einkaufen im Laden
zwar weiter ohne Besuchstermin,
aber nun wieder
MIT Kontaktdatendokumentation!!

Original: anka.albrecht, Wunderstock (Lizenz)

Weiter gilt außerdem, maximaler Rück- und Vorsicht wegen:
Ein Mensch pro 10 Quadratmeter Ladenfläche
–> Bedeutet bei uns: nur drei Kund*innen drinnen, wenn wir alle vier arbeiten, ansonsten entsprechend mehr; die Nächsten müssen leider draußen warten. Wir werden aber weiterhin versuchen, so viel wie möglich vor der Tür zu bedienen, schnacken, helfen, klären, verkaufen
Abstandsregeln und Maskenpflicht auch draußen beim Warten
–> Darauf sei der Vollständigkeit halber hingewiesen, läuft ja ohnehin prima

Auf nach Kona!

Weder wurde die nominierte Anna van der Breggen bei den „Laureus Worlds Sports Awards“ World Sportswoman of the Year (das schaffte Tennis-Superstar Naomi Osaka), noch gewann Kandidat Tadej Pogacar den Titel World Breakthrough of the Year (den bekam Quarterback Patrick Mahomes) – aber einmal hat sich das Fahrradfahren eben doch durchgesetzt, wenn auch nur zu einem Drittel quasi…
Im November schrieb Der Spiegel über ihn und seinen Finishing-Erfolg, Anfang des Jahres wurde bekannt, dass der 21-Jährige am 9. Oktober bei der IRONMAN World Championship in Kona (ein doppeltes Yeeeaaah!) starten wird – und nun gab es für Chris Nikic, den „1%-better“-Ironman einen Laureus Award, für den Sporting Moment of the Year. Glückwunsch!! Diversity rules!!

https://twitter.com/LaureusSport/status/1390370077598314497?s=20

Adiós, Click & Meet

Neues Infektionsschutzgesetzes des Bundes = neue Regeln auch für den Einzelhandel: Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100, wie sie zur Zeit in Lübeck gemessen wird, entfällt die Anmelde-Pflicht. Meet ohne Click also.

Weiterhin aber gilt:
•••• Kontakdaten müssen erfasst werden,
•••• die Anzahl der Menschen im Laden ist beschränkt,
•••• auch beim Warten draußen bitte AHA-Regeln einhalten.

Was für alle denkbaren Szenarien in Schleswig-Holstein vorgesehen ist, sieht grafisch verampelt so aus:

Screenshot von schleswig-holstein.de

Glückwunsch nachträglich in die Niederlande + Freude im Voraus wegen Belgiens Pfeil

Am Mittwoch der nächste Eintagesknaller: La Flèche Wallonne steht an – und gestern schon gab’s einen prominenten Geburtstag: den 31. von Anna van der Breggen, der „Queen of Huy“ seit 2015. Glückwuuuunsch! Nachträglich!!! Und gespannte Vorfreude auf die 24. Frauen bzw. 85. Männer-Ausgabe vom Waalse Pijl. Ob es van der Breggen tatsächlich gelingt, ihren 7. Triumph in Serie zu feiern? Wie schlagen sich die Männer in dieser schweren ardennischen Woche? Greift womöglich der 5fache Sieger Alejandro Valverde, der am 25.4. stolze 41 wird, in seiner letzten Saison nochmal entscheidend an und ein? Und: Wie wird das sein mit ohne Publikum beim Showdown an der Mauer von Huy???
Hier ein schon fast nostalgisches Bild vom Flèche-Start anno 2019, unter normalen radsportbelgischen Prä-Corona-Bedingungen:

Gaaaanz links außen: Fast-noch-Geburtstagskind Anna van der Breggen, seit 2015 ungeschlagene „Queen of Huy“
(Bild: Hoebele bei Wikimedia Commons -> License)

Weser-Wetter? Wechselhaft!

Danke an Tilman für die stilvollen Stillleben vom Ausflug – bald wird’s Frühling, ich schwör auf alles!!!

Sonntagsfahrer – diesmal: durch Flandern

Bei „Quer durch Flandern“ wurde am Mittwoch schon mal geübt fürs große Finale: Glückwunsch an die Siegsprinterin Annemiek van Vleuten…

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…und den Landsmann und impressionanten Solo-Ausreißer Dylan Van Baarle – übrigens als einer der wenigsten mit ohne Scheibenbremsen auf den flachen Flandernstraßen und Kopfsteinpflasterabschnitten unterwegs!

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Mal sehen, was die Beiden am Sonntag bei der jeweiligen „Ronde van Vlaanderen“ 2021 reißen können: Ab 9.55h gibt es bei Eurosport sieben Stunden Live-Bilder von van Baarle, Titelverteidiger Mathieu van der Poel & Co; ab 16.45h werden dann van Vleuten, 2020-Siegerin Chantal van den Broek-Blaak & ihre Kolleginnen zwei Stunden lang von Kameras begleitet. Wettertechnisch sieht es ja ganz gut aus…
Im Gegensatz zur Ausgabe von 1952, als der im letzten Jahr 93-jährig verstorbene Roger Decock im Schietwetter als Erster jubeln durfte. Der war nämlich ein empathischer Mensch: Nicht nur eröffnete er als Belgier nach der Karriere standesgemäß ein Café mit seiner Frau („De Wildeman“) – er war auch bei der Tour de France vor genau 70 Jahren der einzige Fahrer, der dem in eine 70 Meter tiefe Schlucht gefallenen Gesamtklassement-Führenden zur Hilfe kam. Da lag mit Wim van Est nämlich „bloß wie eine Butterblume“ (so Teamkollege Gerard Peters) der erste Niederländer jemals in Gelb im Gras…
Erst durch ein improvisiertes Seil aus immerhin 40 zusammengeknoteten Schläuchen gelang es dem Hilfs-Team aus Fahrern und Schaulustigen, van Est aus seiner misslichen Lage zu befreien. Sein Rad war hinübergeschrottet und ist heute im Nationaal Fietsmuseum „Velorama“ in Nijmwegen zu besichtigen, er aber fühlte sich so fidel, dass er weiterfahren wollte. Das aber ging nun wirklich nicht! Letztlich zog sogar das ganze Team zurück.
Decock allerdings fuhr die Etappe nach 25 verlorenen, aber heroischen Minuten zuende. Und wurde am Ende immerhin Siebzehnter. Und im Jahr darauf eben der Triumphator im Flandernland, das sich an jenem 6. April 1952 besonders gebeutelt präsentierte: mit Hagel, Sturm, Regen und Schnee. Und um das Ganze abzurunden: Wim van Est, der sich an diesem Tag noch mit dem vierten Platz und 15 Sekunden Rückstand zufriedengeben musste, tat es Decock 1953 nach und gewann (zum einzigen Mal) den Titel des Flandernrundfahrt-Champions.

Bei einer der verhageltsten Flandernrundfahrten ever fährt Wetter- und Fahrradgott Roger Decock am 6.4.1952 nach sieben Stunden und 27 Minuten als Erster über die Linie in Weiß – ab unter die heiße Dusche!!!
(Dank an LC NPDC – Lizenz – für das Bild und an Memed_Nurrohmad auf Pixabay für die Gewitterwolke)

Bye-bye, Supertuck!

Ab Donnerstag ist der Supertuck UCI-offiziell verboten. Weil er nämlich in echt gefährlich ist. Und es gibt einen Trost: Wie eine Studie unter Federführung der Eindhoven University of Technology und der Leuven University schon 2017 ermittelte, ist die durch den Sieg von „Don’t-Try-This-at-Home“-Froome bei der 8. Tour-Etappe anno 2016 zu bescheidener Berühmtheit gelangte Abfahrts-Position irgendwo zwischen Lenker, Rahmen und Vorderrad in echt mitnichten die schnellste Art, sich einen Berg hinunterzuwerfen. Pantanis Körperbrett mit Boppes hinterm Sattel schnitt einige Prozente besser ab!

Zur Info: This project was led by Bert Blocken of the Eindhoven University of Technology in the Netherlands and KU Leuven (Leuven University) in Belgium, and performed together with Thijs van Druenen and Yasin Toparlar of the Eindhoven University of Technology, the University of Liège in Belgium (Thomas Andrianne) and ANSYS International (Thierry Marchal).

Ehrlich gesagt habe ich die Studie nicht gänzlich gelesen und verstanden – es reichte mir die Erkenntnis, dass Pantani irgendwie schlauer war als Froome…
Hier die 4 Kern-Erkenntnisse:
1. Froome did not win because his descent position was aerodynamically superior.
2. „Top tube safe” position is faster and safer.
3. Even considering pedaling, position “Froome” is not superior.
4. Do not take risks for no gain
Und außerdem ist das die perfekte Gelegenheit, um sich etliche Minuten lang bei der berauschenden (und ungleich schneller als die mitlaufenden km/h-Angaben wirkenden) Abfahrt des „Kings of Supertuck“ in sonnigere, steilere, weiter entfernte Fahrradgegenden zu träumen:

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at Fahrräder
Beckergrube 63
23552 Lübeck

Tel. : 04 51 – 798 22 68

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Beratung, Reparatur, Verkauf:

Mo. + Mi. – Fr. 10.00 – 14.00 und 14.30 – 19.00 Uhr

Di. 10.00 – 14.00 Uhr (nachmittags geschlossen)

Samstag 10.00 – 14.00 Uhr

(Beratung und Verkauf)

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