Bis 2030 will Andreas Scheuer aus Deutsch- ein Fahrradland machen. Viel Glück wünscht „Der Spiegel“, gewohnt wohltemperiert abgewogen schreibt zeit.de drüber – etliche Zweifel hat die SZ. Und wer nur will ihr das verdenken??? Sicher nicht die taz – O-Ton: „Gut gebrüllt, Scheuer!“. Wir sind gespannt aufs Echo.
Wo nochma sind da genau all die Räder der Zukunft eingeplant??? (Bild von Valentin Baciu auf Pixabay)
Neues Infektionsschutzgesetzes des Bundes = neue Regeln auch für den Einzelhandel: Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100, wie sie zur Zeit in Lübeck gemessen wird, entfällt die Anmelde-Pflicht. Meet ohne Click also.
Weiterhin aber gilt: •••• Kontakdaten müssen erfasst werden, •••• die Anzahl der Menschen im Laden ist beschränkt, •••• auch beim Warten draußen bitte AHA-Regeln einhalten.
Was für alle denkbaren Szenarien in Schleswig-Holstein vorgesehen ist, sieht grafisch verampelt so aus:
Am Mittwoch der nächste Eintagesknaller: La Flèche Wallonne steht an – und gestern schon gab’s einen prominenten Geburtstag: den 31. von Anna van der Breggen, der „Queen of Huy“ seit 2015. Glückwuuuunsch! Nachträglich!!! Und gespannte Vorfreude auf die 24. Frauen bzw. 85. Männer-Ausgabe vom Waalse Pijl. Ob es van der Breggen tatsächlich gelingt, ihren 7. Triumph in Serie zu feiern? Wie schlagen sich die Männer in dieser schweren ardennischen Woche? Greift womöglich der 5fache Sieger Alejandro Valverde, der am 25.4. stolze 41 wird, in seiner letzten Saison nochmal entscheidend an und ein? Und: Wie wird das sein mit ohne Publikum beim Showdown an der Mauer von Huy??? Hier ein schon fast nostalgisches Bild vom Flèche-Start anno 2019, unter normalen radsportbelgischen Prä-Corona-Bedingungen:
Gaaaanz links außen: Fast-noch-Geburtstagskind Anna van der Breggen, seit 2015 ungeschlagene „Queen of Huy“ (Bild: Hoebele bei Wikimedia Commons -> License)
Während das traditionelle Doping früherer Pedaleure eher auf Wein und Höherprozentiges ausgelegt war, spielt Bier in semiprofessionelleren Kreisen seine mindestens begleitende Rolle. Und seit 1966 steht einer der Frühjahrsklassiker ja auch ganz im Zeichen eines niederländischen Blonden. Im letzten Jahr fiel das „Amstel Gold Race“ coronabedingt aus – am Sonntag findet die 2021er-Version statt, wenn auch als nahezu publikumsloses Ereignis. Dafür atmen die weniger Kopfsteinpflaster-Affinen aus: Es darf endlich wieder geklettert werden! Die Anstiege sind zwar eher kurz, aber dafür reichlich eingebaut. 2019 sah das vorm Frauen-Rennen dann streckenbeschreibend so aus:
Und auch am Sonntag werden die miesenfiesen Miniberge alles versuchen, um die Fahrerinnen (starten morgens als erste, Finish wohl so gegen kurz vor Middach) und Fahrer (geht los um 12.05h, Ende gegen 17.30h) zu zermürben. Und wenn schon kaum Leute am Rand stehen werden, dürfen wenigstens die Straßen sprechen und anfeuern – wie hier 2019 die gesprühte Ermutigung für Katarzyna Niewiadoma am Bemelerberg. Und die hat ja auch geholfen, denn Kasia gewann. Mal sehen, was Sonntag für sie drin ist!
Bei den Männern fehlt mit Mathieu van der Poel nicht nur der Enkel von Raymond Poupou Poulidor als lokaler Liebling, sondern auch der letzte Sieger. 2019 hatte er in einem wahren Kraftakt die beiden ausgerissenen Alaphilippe und Fuglsang nicht nur eingeholt, sondern auch sprintend abgehängt. Die beiden, die es bei LaFlèche Wallonne drei Tage später viel besser machten und den Sieg Kopf an Kopf unter sich ausfuhren (mit dem besseren Ende für Loulou)…
…hatten sich beim „Gold Race“ verpokert und kurz vorm Ziel die Zusammenarbeit eingestellt. Fuglsang wurde wenigstens noch Dritter, aber für Loulou reichte es genau nicht fürs Podium. Am Sonntag aber! Legen! Sie! Sicher! Los!
Lübecks Inzidenzwert liegt leider wieder über der qua Landesregierungserlass definierten Einzelhandelsöffnungsgrenze von 50. Damit gelten seit Montag, den 5. April, neue Regelungen.
Dennoch: Einkaufen auch im Laden ist weiter möglich!!
Allerdings unter folgenden Bedingungen: Bitte einen Termin vereinbaren –> Das geht auch „auf Zuruf“ vor dem Laden! Die Reihenfolge ergibt sich dann ggf. innerhalb der Warteschlange Abstandsregeln und Maskenpflicht auch draußen beim Warten –> Darauf sei der Vollständigkeit halber hingewiesen, läuft ja ohnehin prima Ein Mensch pro 10 Quadratmeter Ladenfläche –> Bedeutet bei uns: Weiterhin nur jeweils ein*e Kund*in, wenn wir alle vier arbeiten, ansonsten entsprechend mehr; die Nächsten müssen leider draußen warten, bis ihr Termin dran ist. Wir werden aber ohnehin versuchen, so viel wie möglich vor der Tür zu bedienen, schnacken, helfen, klären, verkaufen Kontaktdaten müssen dokumentiert werden –> Wir werden diese nach der vorgeschriebenen Aufbewahrungszeit von 4 Wochen sicher entsorgen!
…und den Landsmann und impressionanten Solo-Ausreißer Dylan Van Baarle – übrigens als einer der wenigsten mit ohne Scheibenbremsen auf den flachen Flandernstraßen und Kopfsteinpflasterabschnitten unterwegs!
Mal sehen, was die Beiden am Sonntag bei der jeweiligen „Ronde van Vlaanderen“ 2021 reißen können: Ab 9.55h gibt es bei Eurosport sieben Stunden Live-Bilder von van Baarle, Titelverteidiger Mathieu van der Poel & Co; ab 16.45h werden dann van Vleuten, 2020-Siegerin Chantal van den Broek-Blaak & ihre Kolleginnen zwei Stunden lang von Kameras begleitet. Wettertechnisch sieht es ja ganz gut aus… Im Gegensatz zur Ausgabe von 1952, als der im letzten Jahr 93-jährig verstorbene Roger Decock im Schietwetter als Erster jubeln durfte. Der war nämlich ein empathischer Mensch: Nicht nur eröffnete er als Belgier nach der Karriere standesgemäß ein Café mit seiner Frau („De Wildeman“) – er war auch bei der Tour de France vor genau 70 Jahren der einzige Fahrer, der dem in eine 70 Meter tiefe Schlucht gefallenen Gesamtklassement-Führenden zur Hilfe kam. Da lag mit Wim van Est nämlich „bloß wie eine Butterblume“ (so Teamkollege Gerard Peters) der erste Niederländer jemals in Gelb im Gras… Erst durch ein improvisiertes Seil aus immerhin 40 zusammengeknoteten Schläuchen gelang es dem Hilfs-Team aus Fahrern und Schaulustigen, van Est aus seiner misslichen Lage zu befreien. Sein Rad war hinübergeschrottet und ist heute im Nationaal Fietsmuseum „Velorama“ in Nijmwegen zu besichtigen, er aber fühlte sich so fidel, dass er weiterfahren wollte. Das aber ging nun wirklich nicht! Letztlich zog sogar das ganze Team zurück. Decock allerdings fuhr die Etappe nach 25 verlorenen, aber heroischen Minuten zuende. Und wurde am Ende immerhin Siebzehnter. Und im Jahr darauf eben der Triumphator im Flandernland, das sich an jenem 6. April 1952 besonders gebeutelt präsentierte: mit Hagel, Sturm, Regen und Schnee. Und um das Ganze abzurunden: Wim van Est, der sich an diesem Tag noch mit dem vierten Platz und 15 Sekunden Rückstand zufriedengeben musste, tat es Decock 1953 nach und gewann (zum einzigen Mal) den Titel des Flandernrundfahrt-Champions.
Bei einer der verhageltsten Flandernrundfahrten ever fährt Wetter- und Fahrradgott Roger Decock am 6.4.1952 nach sieben Stunden und 27 Minuten als Erster über die Linie in Weiß – ab unter die heiße Dusche!!! (Dank an LC NPDC – Lizenz – für das Bild und an Memed_Nurrohmad auf Pixabay für die Gewitterwolke)
Ab Donnerstag ist der Supertuck UCI-offiziell verboten. Weil er nämlich in echt gefährlich ist. Und es gibt einen Trost: Wie eine Studie unter Federführung der Eindhoven University of Technology und der Leuven University schon 2017 ermittelte, ist die durch den Sieg von „Don’t-Try-This-at-Home“-Froome bei der 8. Tour-Etappe anno 2016 zu bescheidener Berühmtheit gelangte Abfahrts-Position irgendwo zwischen Lenker, Rahmen und Vorderrad in echt mitnichten die schnellste Art, sich einen Berg hinunterzuwerfen. Pantanis Körperbrett mit Boppes hinterm Sattel schnitt einige Prozente besser ab!
Ehrlich gesagt habe ich die Studie nicht gänzlich gelesen und verstanden – es reichte mir die Erkenntnis, dass Pantani irgendwie schlauer war als Froome… Hier die 4 Kern-Erkenntnisse: 1. Froome did not win because his descent position was aerodynamically superior. 2. „Top tube safe” position is faster and safer. 3. Even considering pedaling, position “Froome” is not superior. 4. Do not take risks for no gain Und außerdem ist das die perfekte Gelegenheit, um sich etliche Minuten lang bei der berauschenden (und ungleich schneller als die mitlaufenden km/h-Angaben wirkenden) Abfahrt des „Kings of Supertuck“ in sonnigere, steilere, weiter entfernte Fahrradgegenden zu träumen:
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