Archiv für die Kategorie „Termine“

Das Gold liegt auf der Straße

Während das traditionelle Doping früherer Pedaleure eher auf Wein und Höherprozentiges ausgelegt war, spielt Bier in semiprofessionelleren Kreisen seine mindestens begleitende Rolle. Und seit 1966 steht einer der Frühjahrsklassiker ja auch ganz im Zeichen eines niederländischen Blonden.
Im letzten Jahr fiel das „Amstel Gold Race“ coronabedingt aus – am Sonntag findet die 2021er-Version statt, wenn auch als nahezu publikumsloses Ereignis. Dafür atmen die weniger Kopfsteinpflaster-Affinen aus: Es darf endlich wieder geklettert werden! Die Anstiege sind zwar eher kurz, aber dafür reichlich eingebaut. 2019 sah das vorm Frauen-Rennen dann streckenbeschreibend so aus:

Bild: Hoebele bei Wikimedia Commons -> License

Und auch am Sonntag werden die miesenfiesen Miniberge alles versuchen, um die Fahrerinnen (starten morgens als erste, Finish wohl so gegen kurz vor Middach) und Fahrer (geht los um 12.05h, Ende gegen 17.30h) zu zermürben. Und wenn schon kaum Leute am Rand stehen werden, dürfen wenigstens die Straßen sprechen und anfeuern – wie hier 2019 die gesprühte Ermutigung für Katarzyna Niewiadoma am Bemelerberg. Und die hat ja auch geholfen, denn Kasia gewann. Mal sehen, was Sonntag für sie drin ist!

Bild: Hoebele bei Wikimedia Commons -> License

Bei den Männern fehlt mit Mathieu van der Poel nicht nur der Enkel von Raymond Poupou Poulidor als lokaler Liebling, sondern auch der letzte Sieger. 2019 hatte er in einem wahren Kraftakt die beiden ausgerissenen Alaphilippe und Fuglsang nicht nur eingeholt, sondern auch sprintend abgehängt. Die beiden, die es bei La Flèche Wallonne drei Tage später viel besser machten und den Sieg Kopf an Kopf unter sich ausfuhren (mit dem besseren Ende für Loulou)…

Bild: Hoebele bei Wikimedia Commons -> License

…hatten sich beim „Gold Race“ verpokert und kurz vorm Ziel die Zusammenarbeit eingestellt. Fuglsang wurde wenigstens noch Dritter, aber für Loulou reichte es genau nicht fürs Podium. Am Sonntag aber! Legen! Sie! Sicher! Los!

Sonntagsfahrer – diesmal: durch Flandern

Bei „Quer durch Flandern“ wurde am Mittwoch schon mal geübt fürs große Finale: Glückwunsch an die Siegsprinterin Annemiek van Vleuten…

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…und den Landsmann und impressionanten Solo-Ausreißer Dylan Van Baarle – übrigens als einer der wenigsten mit ohne Scheibenbremsen auf den flachen Flandernstraßen und Kopfsteinpflasterabschnitten unterwegs!

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Mal sehen, was die Beiden am Sonntag bei der jeweiligen „Ronde van Vlaanderen“ 2021 reißen können: Ab 9.55h gibt es bei Eurosport sieben Stunden Live-Bilder von van Baarle, Titelverteidiger Mathieu van der Poel & Co; ab 16.45h werden dann van Vleuten, 2020-Siegerin Chantal van den Broek-Blaak & ihre Kolleginnen zwei Stunden lang von Kameras begleitet. Wettertechnisch sieht es ja ganz gut aus…
Im Gegensatz zur Ausgabe von 1952, als der im letzten Jahr 93-jährig verstorbene Roger Decock im Schietwetter als Erster jubeln durfte. Der war nämlich ein empathischer Mensch: Nicht nur eröffnete er als Belgier nach der Karriere standesgemäß ein Café mit seiner Frau („De Wildeman“) – er war auch bei der Tour de France vor genau 70 Jahren der einzige Fahrer, der dem in eine 70 Meter tiefe Schlucht gefallenen Gesamtklassement-Führenden zur Hilfe kam. Da lag mit Wim van Est nämlich „bloß wie eine Butterblume“ (so Teamkollege Gerard Peters) der erste Niederländer jemals in Gelb im Gras…
Erst durch ein improvisiertes Seil aus immerhin 40 zusammengeknoteten Schläuchen gelang es dem Hilfs-Team aus Fahrern und Schaulustigen, van Est aus seiner misslichen Lage zu befreien. Sein Rad war hinübergeschrottet und ist heute im Nationaal Fietsmuseum „Velorama“ in Nijmwegen zu besichtigen, er aber fühlte sich so fidel, dass er weiterfahren wollte. Das aber ging nun wirklich nicht! Letztlich zog sogar das ganze Team zurück.
Decock allerdings fuhr die Etappe nach 25 verlorenen, aber heroischen Minuten zuende. Und wurde am Ende immerhin Siebzehnter. Und im Jahr darauf eben der Triumphator im Flandernland, das sich an jenem 6. April 1952 besonders gebeutelt präsentierte: mit Hagel, Sturm, Regen und Schnee. Und um das Ganze abzurunden: Wim van Est, der sich an diesem Tag noch mit dem vierten Platz und 15 Sekunden Rückstand zufriedengeben musste, tat es Decock 1953 nach und gewann (zum einzigen Mal) den Titel des Flandernrundfahrt-Champions.

Bei einer der verhageltsten Flandernrundfahrten ever fährt Wetter- und Fahrradgott Roger Decock am 6.4.1952 nach sieben Stunden und 27 Minuten als Erster über die Linie in Weiß – ab unter die heiße Dusche!!!
(Dank an LC NPDC – Lizenz – für das Bild und an Memed_Nurrohmad auf Pixabay für die Gewitterwolke)

Mailand oder Sanremo – Hauptsache Italien!

Morgen läuft sie, La Classicissima – und war vor 55 Jahren erstmals eine Sache für den baldigen Kannibalen, der da als frischgebackener Twen noch so unschuldig aussieht und den später doch alle fürchten werden. Allein Milano-Sanremo gewann Eddy sieben Mal. In zehn Jahren.

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Wie der Herr Merckx sich an 1966 erinnert, verriet er vor 5 Jahren „La Stampa“ in einem Interview: „Avevo 20 anni e nessuno mi conosceva. Attaccai sul Poggio e mi risposero Van Springel, Dancelli e Durante, tutti e tre più velocisti di me. Ma dopo 300 km conta chi ha più fondo. Feci una volata sulla sinistra della strada e subito lo speaker annunciò la vittoria di Durante, che era dall’altra parte della via Roma. Poi il fotofinish fece giustizia.“
Und für alle, denen wie mir das Italienische doch etwas einrostete in letzter Zeit, habe ich hier auch die Ergebnisse einer krakenähnlichen hilfreichen Übersetzungs-Seite, die mir – wenn auch teilweise eigenwillig – auf die Sprünge half: „Ich war 20 und niemand kannte mich. Ich griff den Poggio an und Van Springel, Dancelli und Durante, alle drei Sprinter mehr als ich, antworteten. Aber nach 300 km zählt, wer mehr Tiefe hat. Ich flog links von der Straße und sofort verkündete der Ansager den Sieg von Durante, der sich auf der anderen Seite der Via Roma befand. Dann wurde das Fotofinish gerecht“.
Mal sehen, wie viel giustizia und fondo morgen drinsteckt – die Spannung steigt jedenfalls stündlich. Und, liebe Übersetzungsmaschine: Poggio ist kein Radrennfahrer, den es anzugreifen gilt! Es ist eine ganz gemeine Anhöhe, über die sie alle müssen, ob die Beine noch schnell sind oder nicht. Und wenn die und ihre Schwester Cipressa geschafft sind, ist das gelobte Ziel nu echt nicht mehr weit!

ENDLICH DA!!!! Also FAST!!! (© N. Kossel)

Nix da Nizza: Levens!

Verwirrend genug, dass in einem Land, in dem neben allgemeinen Lockdown-Regeln auch eine „bußgeldbewehrte Ausgangssperre“ von 18 bis 6 Uhr gilt, ein Radrennen als Blase von Nord nach Süd fährt. Nun aber musste dieser Tross an Menschen und Logistikzubehör eben doch kurzerhand umdisponieren: Die Präfektur des Départements Alpes-Maritimes hat wegen steigender Corona-Zahlen verschärfte Maßnahmen eingeführt – die auch ein Verbot von Radrennen einschließen.
Aus Paris–Nizza wird deshalb kurzerhand Paris–Levens; Start der achten und letzten Etappe heute in Plain-du-Var, Ankunft nach nur 92,5 Kilometern in Levens, rund 25km nördlich von Nizza gelegen. Der Showdown zwischen Primož Roglic und Maximilian Schachmann (52 Sekunden Rückstand) findet also immerhin im Live-TV (ab 15.10h bei Eurosport), aber eben nicht am Mittelmeer statt. Statt einer umjubelten Finalfahrt an der Promenade des Anglais also publikumslos über eher hügelige Landstraßen.
Kleiner Trost vielleicht: In unmittelbarer Nähe des Zielorts liegt die Wiege der legendären blauen Stühle, die an Nizzas Prachtstraße nicht einfach nur so rum-, sondern ganz offiziell für Himmel und Meer des Mediterranen stehen.

Wo sie ersonnen wurden, die Chaises bleues (Bild von Aeroceanautea -> License)

Immer wieder sonntags: Ab ans Mittelmeer

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Auch in 2021 ist Paris–Nizza der erste (Männer-)Etappenklassiker des Jahres und will heute seinen Ruf als Sonnenrunde verteidigen. Ebenso wie Maximilian Schachmann seinen Titel aus 2020. Damals meinte er: „Es war sehr, sehr hart, ein sehr schweres Finale. Ich bin durch die Hölle gegangen.“ Mal sehen, ob er heuer als fahrender Gejagter besteht, denn etliche Schwerkaliber wie Rogliz, Hart oder Porte sind halt auch am Start im Département Yvelines.

© Thomon bei Wikimedia Commons (License)

Noch schläft Saint-Cyr-L’École zwar – aber heute (und ab 15:10h live bei Eurosport) geht es von hier aus los gen Süden, auf 8 anspruchsvollen Etappen. Und in wenigen Tagen dann mittenmang in die Berge, mit all den grandiosen Aussichten auf das Mittelmeer. Seufz.

© N. Kossel

Endlich wieder: herrrrreinspaziiiiert!!!

Weil die magische 50 nun schon länger unterschritten wurde, macht Lübecks Einzelhandel wieder auf – und wir dann na klar auch. Offene Türen! Mit Abstand, Maske, Plastikwand, Aha, Beratung, Verkauf; Reparaturen, Gesprächen und alles! Wir freuen uns auf Sie und Euch!

Jetzt geht’s wieder ab nach drinnen! Jippie!

Stilvoll Staub fressen

Endlich: Morgen erwartet uns der Auftakt zur Women’s WorldTour 2021! Die Strade Bianche dann live und for free bei Eurosport ab 12:30 Uhr, trotz Code Red drumrum. Doppel-Titelverteidigerin Annemiek van Vleuten nimmt’s locker…

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…dabei geht es ja allein schon des Namens wegen ordentlich weißschotterig zu bei dieser Eintageskonkurrenz. Auch in der 7. Frauen- und 15. Männer-Ausgabe erwarten uns wieder ein paar Staubwolken über der sonst so lieblich-klaren Toskana. Neben van Vleuten steht der aktuelle Cyclocross-Vizeweltmeister Wout van Aert bereit, um seinen 2020er-Gewinn bei den Männern zu wiederholen – auch das bei Eurosport, im Anschluss ab 13:50h.

Erstmal schöööön über weißen Schotter… (© Claude Zipfel from Luxembourg – License)
…und zum Abschluss auf der Piazza del Campo in Siena Kirchturmgucken! (© N. Kossel)

Ostende: weltmeisterliche Bedingungen!

Schnell Rad raus und ab an den Strand! So ein Cyclocross-WM-Titel wird halt nicht auf dem Sofa verliehen…

Screenshot von wetteronline.de

…nur: Aufm Sofa sitzen und zugucken wird auch schwierig. Kein Free-TV-Sender übeträgt, nur mit dem kostenpflichtigen „Eurosport Player“ kann man dabei sein. Mies! Hoffen wir auf ein paar gemütliche Highlight-Videos im UCI-Channel danach.

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Wir machen eine Woche Renovierungs-Pause – wir sehen uns wieder am 18. Januar!

Wir möbeln den Laden auf und haben deshalb eine Woche lang geschlossen: vom 11. bis 17. Januar inklusive. Wir sehen uns frisch renoviert wieder am 18. Januar! Dann wieder und weiter im Lockdown-Modus: Werkstatt ist offen, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr.

Ding-dong – bald ist Weihnachten…

…und jetzt schon bei uns!

Anschrift

at Fahrräder
Beckergrube 63
23552 Lübeck

Tel. : 04 51 – 798 22 68

Öffnungszeiten

Beratung, Reparatur, Verkauf:

Mo. + Mi. – Fr. 10.00 – 14.00 und 14.30 – 19.00 Uhr

Di. 10.00 – 14.00 Uhr (nachmittags geschlossen)

Samstag 10.00 – 14.00 Uhr

(Beratung und Verkauf)

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